Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170584
Carl 
Schnaasäs Biographie. 
XXIX 
ohne jene philosophischen Studien ga1' nicht zu denken vermögen. 
Durch diese Schule erhielt sein Geist die Richtung auf die Speculation, 
auf tiefe Ergründung der hinter den Erscheinungen verborgenen Ge- 
setze. Nie würde er ohne sie zu einer solchen Vertiefung der kunst- 
geschichtlichen Anschauungen (lilrchgerlrungen sein, wie sie ihm eigen 
war. Seine universelle, tiefsinnige, die ganze Welt der Erscheinungen 
auf ihre geheimsten Gründe erforschende Geistesart, die der Kunst- 
geschichte ganz neue Perspectiven geschaffen, sie zur Alles umfassenden 
Culturgeschichte der Menschheit erweitert und vertieft hat, ist ohne 
die gründliche Beschäftigung mit der Hegefschen Philosophie, ohne 
die hier gewonnene dialektische Schulung nicht zu denken. 
Bei Hegel hörte Schnaase in diesem Winter Vorlesungen über 
EIIQSYCIOpÄÖiG der philosophischen Wissenschaften und bei Wilken 
Geschichte des Mittelalters. Das Berliner Leben saugte ihm in dieser 
Zeit wenig zu, er zog sich aus den Kreisen zurück, in welchen er 
früher heimisch gewesen war, und schon während des Wintersemesters 
flogen seine Gedanken über den Sommer hinaus und beschäftigten 
sich mit den Bildern des Familienlebens, welches jenseits desselben 
lag. In einem Brief an die Mutter vom 19. Februar heisst es: „In 
der That, es lasst sich kaum sagen, mit wie lieblichen Farben ich 
mir unsere Hiiuslichkeit ausmale. Ich denke es mir so schön, wenn 
wir uns Abends, die Brüder vom Comtoir, ich von den Acten aus 
meinem Studirstübchen, zu Dir herüber begeben, und nach gewohnter 
Sitte über Vergangenheit und Zukunft und was sich sonst zuträgt, 
schwatzen, bis es 1] Uhr wird, und wir, die Lichter in der Hand 
noch eine Viertelstunde nach der anderen bleiben, und wenn wir wett- 
eifern, wer am meisten zur Unterhaltung unseres kleinen Kreises bei- 
trägt, oder wenn gar unsere Hausgenossenschaft noch um eine liebe 
Tochter sich erweiterte, in der Du Dich wieder jung sahest, und die, 
uns Allen ein erfreulicher Anblick, das Haus mit neuen Beziehungen 
erfüllte. Oder wenn wir irgend einen Tag zum Sabbath machen und 
uns früher versammeln und vor Dir musiciren oder lesen, und irgend 
ein noch zu iindender Freund und ein paar liebenswürdige Hausfreun- 
dinnen auch dabei sind. Bis dahin, dass diese schöne Zeit angehen 
kann, will ich nun hier so still fortleben wie jetzt." Kurze Zeit,
        

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