Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1173603
Memling als Bildnissmaler. 
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Vermuthung über die Herkunft und Stiftung dieses NVerkes bei 
Crowe und Cavalcaselle, ed. A. Springer. S. 293 u. 294.] 
Eine wahre Perle miniaturartig feiner Ausführung und jugend- 
licher Frische der Empfindung ist eine kleine Tafel in der Ambraser 
Sammlung zu Wienl), offenbar der Flügel eines Triptychons, auf der 
Rückseite die Gestalt der h. Genoyeva, grau in grau, vorne die Dar- 
stellung des Sündenfalles. Der Körper Adams ist sehr genau aus- 
gearbeitet mit sorgfältigen Reflexlichtern, Eva leichter gehalten, aber 
mit lieblichstem Antlitz, in unverkennbarer Aehnlichkeit mit den 
Frauen auf der Vermählung der hl. Katharina in Brügge. Satan, in 
phantastischer Thierbildung aufrecht stehend und bunt schillernd, 
hat einen sinnlich blickenden, aber nicht abschreckenden weiblichen 
Kopf, dessen Haariiechten Hörner zu verdecken scheinen. Im Hinter- 
gründe waldbenachsene Höhen, der jungfräuliche Boden des Para- 
dieses durch genau ausgeführte Blumen und Gräser bedeckt. [Die 
Urheberschaft Memlings ist nicht zweifellos]  
Andere sehr reizende, miniaturartige Bilder, die man unserm 
Meister zuschreiben darf, sind dann ein Triptychon im Beljjggglere zu 
Wien, dort unter dem Namen des Hugo van der Goes, auf dem 
Mittelbilde Maria mit dem Kinde nebst Engeln und dem Stifter, auf 
den Flügeln diebeiiden-Älohannes, auf der Ausseuseite Adam und 
Evai); in derselben Sammlung eine Kreuztragung und Auferstehung 
Christiä); im Louvre "zwei einzeln stehende Heilige, Magdalena und 
Johannes der Täufer, im Besitze des Bildhauers Gatteau in Paris 
Madonna mit dem Kinde und weiblichen Heiligen in schöner Land- 
schaft, im Besitze des Fürsten Radziwill zu Berlin eine Verkündigung 
mit der Jahreszahl 14824), in den Uftizien zu Florenz eine reizen e 
kleine Madonna zwischen zwei Engeln 5), in der Sammlung des Prinzen 
Ein andres Bild der "Sieben Leiden der Maria" besass die Buchhandlergilde zu 
Brügge bis zum Jahre 1624, wo sie es verkaufte. Es ist zwar nicht ausdrücklich 
angegeben, dass es von Memling stammte; indessen wissen wir aus anderen Nach- 
richten, dass er für diese Gilde arbeitete. 
1) Waagen, Wien. Band II. S. 337, 338.  
i) Saal II. der deutschen und niederländischen Schulen Nro. 6, 10, 61. Waagen, 
Wien. Band I. S. 181, 189. 
s) Saal I. Nro. 82. Waagen a. a. O. S. 17-1. 
4) Waagen im Kunstbl. 1847. S. 186 und Förster, Geschichte der d. K. Il. 117_ 
ö) Scuola iiamminga tedesca I. Saal Nro. 703 S. 68 d. Kat. von 1869. Die 
Herausgeber des Vasari vermuthen (I. 263) mit Recht, dass dies das "kleine Bild" 
sei, dessen Vasari als im Auftrage der Portinari für S. Maria nnova. von Meister 
Hans gemalt erwähnt. [VgL über eine dem Hugo v. d. Goes zugeschriebene Ma- 
donna mit Heiligen oben S. 216, Anm. 2.]
        

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