Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170556
XXVI 
Carl Schnaasek Biographie. 
möglich ist, von dem ich ja leider schon gar zu viel leichtsinnig mir 
habe entschlüpfen lassen, mir höchst ungern etwas versage, ja es für 
tadelnswerth halte, es zu versagen, wenn die Möglichkeit es zu schaffen, 
sich nur auf irgend eine Weise zeigt. Eine andere und ohne Zweifel 
der inneren Verbindung nach, sowie der äusseren Folgen wegen, 
schlimmere Ursache liegt in einem gewissen schwankenden Wesen, 
das zwar mit den Jahren mehr und mehr schwinden soll, und wie ich 
hoffe, wird, da besonders schon die nächsten Zeiten einige feste und 
beständige äussere Zwecke fordern, das mich aber noch immer nicht 
ganz verlassen kann. Dass der Grund davon nicht schlecht zu nennen 
ist, wenn er in einem aufrichtigen Streben nach etwas Wahrem und 
Heilsamen besteht, und dass dann hier tausend Irrthümer besser sind, 
als eine selbstgefällige Einseitigkeit, wie ich sie bei meiner geringen 
Erfahrung so häufig an denen gefunden habe, die sich durch eine 
an sich sehr achtungswerthe Gleichmässigkeit ihrer äusseren Hand- 
lungsweise den Schein einer Consequenz früh gegeben hatten, ist wohl 
gewiss, allein es kann keineswegs eine Vernachlässigung der Sorge 
für äussere Verhältnisse rechtfertigen. Verschwendung ist nicht etwas, 
das ich mir wirklich vorwerfen kann, besonders da ich gar nicht aus- 
gezeichnet viele Bedürfnisse habe, allein der grösste Mangel an meiner 
jetzigen Lebenseinrichtung ist der, dass ich gewisse Wahrheiten und 
Grundsätze vielleicht zu überspannt nahm, und so sie nicht in das 
richtige Verhältniss zu dem setzte, was die äussere Lage der Dinge 
nothwendig machte." 
Am 12. Juli schreibt er sodann: „Dein Anerbieten, welches mir 
möglich macht, zu meiner beschlossenen Studienzeit noch ein halbes 
Jahr hinzuzufügen, war aus meiner Seele gesprochen. Nur die Rück- 
sicht auf die unangenehmen Verhältnisse unsres Vermögens konnten 
mich bewegen, den Uebertritt in's bürgerliche Leben zu beschleunigen. 
Auf der anderen Seite ist der Schmerz über den Verlust der Zeit, 
die ich theils auf der Schule, theils im ersten Jahre auf der Univer- 
sität mit entbehrlichen Kenntnissen und Nebendingen wichtigeren 
Zwecken entzogen habe, zu gross, als dass ich nicht wünschen sollte, 
die Zeit, die mir übrig bleibt, zu verlängern, und dass ich sie ge- 
wissenhaft anwende, dafür bürgt mir der hohe Begriff, den ich von
        

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