Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1173314
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Die niederländische 
am 
Blalerei 
Schlusse 
Jahrhunderts. 
des fünfzehnten 
seinen Aufenthalt und seine Wirksamkeit in Löwen, ohne seiner Ge- 
hurt in Harlem zu erwähnen, aber sie widersprechen derselben in 
keiner Weise, so dass wir sie bei den sehr bestimmten Angaben van 
Mandefs und wegen der Eigenthümliehkeit seiner Bilder, die in der 
That auf holländischen Ursprung hindeuten, als feststehend annehmen 
dürfen. Sein Name ist Dierick Bouts (nicht wie man eine Zeitlang 
irrig annahm: Stuerboutf)?  seine "Niederlassung in Löwen muss un- 
gefähr in das Jahr 1450 fallen. Die früheste Urkunde, welche ihn 
als einen Bewohner von Löwen darstellt, ist ein Theilungsact seiner 
Frau Catharina van der Bruggen mit ihren Geschwistern vom 
17. December 1460, aus dem sich ergiebt, dass diese aus einer in 
Löwen ansässigen und begüterten Familie stammte. Die Ehe musste 
schon um 1450 oder bald nachher geschlossen sein, da der älteste, 
aus derselben entsprossene Sohn sich im Januar oder Februar 1476 
ande 1858; Louvain monumental 1860. Thierry Bouts dit Stuerbout 1861 und 
endlich: Thierry Bouts dit 'l'l1ierry de Harlem, Louvain 1864) und von Wauters 
(Thierry Bouts ou de Harlem et ses fils, Brux. 1863). Unzuverlassige chronikalische 
Quellen hatten beide Forscher zu einzelnen Irrthümern verleitet, die man jetzt als 
beseitigt ansehen kann. Vgl. die kritischen Bemerkungen der Herausgeber der 
französischen Uebersetzung von Crowe und Cavalcaselle, Bd. II. p. 167 und be- 
sonders p. 235, und die Darstellung bei Michiels III. p. 244 ff. 
1) Dieser noch in den meisten deutschen Handbüchern vorkommende, auch 
von Wauters und van Even früher getheilte Irrthum hat darin seinen Grund, dass 
gleichzeitig mit ihm eine Malerfamilie Stuerbout in_ Löwen lebte, was, obgleich 
dieselbe, wie es scheint, nur mit decorativen Arbeiten beschäftigt war, doch ver- 
ursachte, dass schon Zeitgenossen jenen ähnlich klingenden Namen auch unserm 
Dierick beilegten. Diese Verwechselung ündet sich in einem (jetzt im Besitze des 
Herrn van Hoorebeke befindlichen) aus Löwen, aber erst aus dem 17. Jahrhundert 
stammenden lllanuscripte gerade bei Erwähnung der Gemälde unsres Meisters und 
wurde dadurch Veranlassung, dass dieselben zuerst unter diesem Namen bekannt 
wurden. Sie Endet sich selbst zweimal in den städtischen Urkunden, er selbst 
aber unterschreibt stets mit dem Namen, den er auch gewöhnlich in den Rechnungs- 
notizen führt Dierick Bouts. Abgesehen von dieser Namensverwechselung wurde 
die Geschichte unsres Meisters dadurch verwirrt, dass man ihm ein sehr viel höheres 
Alter beilegte, als er wahrscheinlich gehabt hatte. Der verdienstliche Forscher 
Wauters entdeckte nämlich in einem gerichtlichen Protokoll d. d. Brüssel den 
9. December 1467 einen Zeugen Thierry de Harlem, der sein damaliges Alter auf 
76 Jahre bestimmte und glaubte dies auf unsern Maler beziehen zu dürfen. Dieser 
Zeuge ist aber gar nicht als Maler bezeichnet und die Gegenstände seiner Depo- 
sition entsprechen mehr einem in Brüssel wohnenden Polizeibeamten, als dem 
Maler von Löwen. "Es wird daher ein anderer aus Harlem gebürtiger Dietrich 
Sein. Vgl. darüber Pinchart zu Crowe und Cavalcaselle II. p. 235. Dies und die 
sogleich zu erwähnende verwirrte Notiz des Molanus haben dann in den meisten 
Hizndbüchern, z. B. bei Waagen, Handbuch I. 96 ü". zu ganz irrigen Folgerungen 
ge ührt.
        

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