Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1173256
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seine üandrischen Zeitgenossen. 
und 
Roger van der Weyden 
der Weyden empfing Bezahlung für den Anstrich von Statuen, und 
Hugo van der Goes steht nicht nur, wie erwähnt, unter den Gehülfen: 
bei der Vermählungsfeiei" von 1468 mit kleinem Tagelohn, sondern 
lieferte auch wiederholt der Stadt Gent die Wappenschilder, welche 
bei festlichen Gelegenheiten öffentlich ausgehängt wurden. Ebenso 
wie diese uns bekannten können auch einige der von Vasari und 
van Mander nicht genannten Namen bedeutenden Künstlern angehören- 
Es wird daher immerhin die Aufgabe sein, diese Listen zu prüfen, 
ob sich solche darin erkennen lassen. Dazu werden wir z. B. den 
Pierre Coustain zu Brügge rechnen müssen, der zwar in den Rech- 
nungen des fürstlichen Hofhaltes nur mit gewöhnlichen Festarbeiten 
vorkommt,.aber bei seiner Aufnahme in die Lucasgiltle mit dem 
feierlichen Titel Peintre des Princes bezeichnet ist. Etwas besser 
unterrichtet sind wir über Nabor (Nabucadonozor) Martin. Er war 
der Sohn eines für die Stadt Gent beschäftigten Malers, wurde 1404 
daselbst geboren, 1437 Meister, 1450 Aeltermeister (Dekan) der Zunft 
und scheint in den Jahren 1440--1453 der angesehenste hlaler in 
Gent gewesen zu sein. Er führte zwar nicht, wie Roger in Brüssel, 
den Titel eines Stadtmalers, da es einen solchen in Gent nicht gab, 
war aber viel für die Commune beschäftigt und erhielt auch sonst 
sehr umfangreiche und bedeutende Aufträge; Noch liegen die Con- 
tracte vor, wonach ihm im Jahre 1442 die Hauptaltar-Tafel von 
St. Walburg zu Oudenaerde, 1444 die der Dorfkirche zu Lede und" 
zwar für den hohen Preis von 240 Livres parisis und in demselben 
Jahre ein jüngstes Gericht von einem Privatmann bestellt wurde, und 
ausserdem ergiebt eine archivalische Notiz, dass ihm im Jahre 1453 
ein Altarbild für die Kirche St. Martin zu Eckerghem bei Gent über- 
tragen war. Die drei letzten Bestellungen ergeben auch noch drei 
andere Werke seiner Hand, indem erbei der für Lede hingewiesen 
war auf ein Bild in der Peterskirche, bei der des jüngsten Gerichts 
auf eine Ausführung desselben Gegenstandes im Bäckerhatise und bei 
der für Eckerghem auf seine Malerei in der Kapelle des grossen Fleisch- 
hauses. Diese letzte Malerei besitzen wir nun glitcklicherweise noch; 
sie ist auf die Mauer gemalt, hatte das gewöhnliche Schicksal gehabt, 
überweisst zu sein und ist im Jahre 1855 aufgedeckt, ziemlich wohl 
erhalten gefunden und hergestellt. Die darauf beiindlichqzwar theil- 
weise, aber nur an leicht zu ergänzenden Stellen zerstörte Inschrift 
ergiebt, dass das Gemälde im Jahre 1448 auf Bestellung des Jacob 
van Ketelboetere gemalt sei. Dieser Besteller stammt aus einer 
wohlhabenden und angesehenen bürgerlichen Familie und war, wie 
schon sein Vater, Mitglied der beiden mächtigen Zünfte der Fleischer
        

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