Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1172942
Madrid. 
sieben Sakramente in 
Die 
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das jüngste Gericht zum Gegenstande hat. Der Gedanke ist also 
verändert, theils erweitert, theils beschränkt; die kirchliche Wirksam- 
keit, die dort auf drei Tafeln eine gegliederte und ausführliche Dar- 
stellung gefunden hatte, ist hier auf der mittleren zusammengedrängt, 
dagegen ist hier neben der Gegenwart auch Vergangenheit und Zu- 
kunft, neben der Kirche der Grund ihrer Anordnung und ihre Folge 
vor Augen gestellt. Die beiden Flügelbilder, um dieser zuerst zu 
gedenken, erinnern dadurch an den Altar von Nliraliores, dass sie 
in der Umrahmung eines gothischen Portals mit bezüglichen Figuren- 
gruppen in der Bogenlaibung erscheinen. Auf dem einen Flügel sieht 
man in der Ferne die ersten Aeltern, wie sie unter dem Baume von 
der verbotenen Frucht essen, im Vorgrunde dagegen, wie sie aus der 
Thüre des Paradieses von dem mit goldenem Schwerte bewaffneten, 
fliegenden Engel vertrieben werden. Die Gruppen des Bogens be- 
zeichnen die Schöpfungstage. Auf dem andern Flügelbilde ist das 
jüngste Gericht des Raumes halber und mit symmetrischer Rücksicht 
auf jene paradiesische Geschichte in sehr kurzer Andeutung gegeben. 
Christus auf dem Regenbogen über der Weltkugel thronend, Maria 
und Johannes, zwei posaunenblasende Engel und endlich am Boden 
Auferstehende, die durch entsprechende Bewegung sich als Selige 
oder Verdammte zu erkennen geben, und hier von einem Engel in 
Empfang genommen, dort von einem geöffneten Höllenrachen erwartet 
werden. Die Bogenlaibung enthält die sieben Werke der Barm- 
herzigkeit. Der das Mittelbild umschliessende Bogen zeigt die Her- 
gange der Passionsgeschichte vom Oelberge an bis zur Auferstehung, 
jedoch mit Ausnahme der Kreuzigung, welche auch hier wieder, wie 
auf dem Antwerpener Bilde, im Innern einer Kirche angebracht ist, 
in der man hinten den celebrirenden Priester im Augenblicke der 
Elevation sieht. Sie ist einfacher gehalten als dort und zeigt nur 
den langen und niagern Christuskörper am Kreuze und neben dem- 
selben auf der einen Seite Maria, die Hande über der Brust gekreuzt 
und Thranen im Auge, auf der andern Johannes mit geöffnetem 
Munde und erhobener Rechten zum Heilande aufschauend. Zu beiden 
Seiten dieses von zwei ltlarmorsaulen begrenzten Mittelraumes sind 
dann je drei der anderen Sakramente, aber nicht auf dem festen 
Boden eines kirchlichen Raumes, sondern als selbstständige kleine, 
von gothischer Architektur umschlossene, senkrecht übereinander- 
gestellte Bilderl). Das Ganze soll von warmer, harmonischer Farbe 
 f) Waagews Beschreibung der 
1st mcht deutlich und kann daher 
architektonischen 
etwaige Irrthümer 
Anordnung der ßlitteltafel 
meines Auszuges aus der-
        

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