Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1172785
der älteren Technik auch nach den van Eyck's beliebt. 
Werke 
165 
Werkstätten hervorgegangen waren und ähnliche Erfahrungen gemacht 
hatten, nicht noch eher im Stande gewesen sein, die Spur des Ge- 
heimnisses zu finden und auf eigne Entdeckung auszugehen? Der Um- 
stand, dass in dem Vertrage von 1419 die Behörde sich ausdrücklich 
gegen die Beimischung ätzender Substanzen verwahrt, scheint darauf 
hinzudeuten, dass mehrere Versuche der Verbesserung der Oelfarben 
in Gent und darunter auch solche mit verderblichen Zusätzen ge- 
macht worden. Ob aber diese Maler, welche sich guter Oelfarben 
.zu bedienen wussten, im vollen Besitze der Eyck'schen Kunst waren, 
und ob die Besteller, welche die Anwendung solcher Farben stipu- 
lirten, dadurch gleiche künstlerische Resultate oder andere Vortheile, 
etwa grössere Dauerhaftigkeit erstrebten, muss dahin gestellt bleiben. 
nEs scheint vielmehr, dass während schon lange die Eyck'schen Bilder 
im ganzen Abendlande gesucht waren und zahlreiche Künstler in 
derselben Weise Meisterwerke schufen, noch immer Werke des älteren 
Stylest beliebt waren und selbst in Gent ausdrücklich bestellt wurden. 
Noch im Jahre 1460 wird bei der Bestellung eines grossen Altar- 
werks für eine Dorfkirche zwischen Gent und Oudenaerde für die 
Historien auf der Innenseite der Thüren die reichste Vergoldung und 
nur für die Aussenseite derselben die Anwendung der Oelfarbe, diese 
also augenscheinlich bloss der Dauerhaftigkeit wegen, angeordnet 1). 
Wahrscheinlich war es eben die reiche Vergoldung dieser grossen 
Altarwerke, welche in den Religionskriegen der Niederlande ihre 
Zerstörung in dem Grade befördert hat, dass hier keines solcher 
Werke mehr auf uns gekommen ist, während die kleineren, im voll- 
endeteren Style gemalten Bilder uns wenigstens in sehr viel grösserer 
Zahl glücklich erhalten sind. 
Zweites 
Kapitel. 
Roger 
Villl 
der 
Weyden und seine 
Zeitgenossen. 
flandrischen 
Bei dem Tode Johann's van Eyck stand kein andrer Maler der 
Niederlande in höherem Ansehen, als Roger van der Weyden, den 
die Stadt Brüssel schon 1435 zu ihrem Maler (Pourtraiteur der stad) 
1) Vergl. 
den Vertrag v. 
28. April 
bei 
1460 
de Busscher 
151.
        

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