Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1172672
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van Eyck. 
Ilubert und Johann 
vorgeht, ist im Hintergrund geöffnet und zeigt eine weite von vielen 
Menschen belebte Landschaft mit einer thurmreichen Stadt. Unter 
den vielen Fernsichten unseres Meisters eine der schönsten, das ganze 
Bild von grosser Harmonie der Farbe. Ferner die sog. Madonna 
von Lucca im Staedelschen Institut zu Frankfurt ajltl, Maria mit 
dem Kinde auf einem Thronsessel, aber in einem wohnlichen Zimmer, 
von höchster Anmuth und leuchtender Kraft der Farbe (23" hoch, 
17112" breit). Ein wahres Wunder zarter miniaturartiger Ausführung 
ist dann das Triptychon in Dresden, angeblich der Reisealtar Oarl's V., 
in der Mitte Maria mit dem Kinde in reicher gothischer Kapelle 
thronend, auf den Flügeln hier S. Catharina, dort der hl. Michael 
mit dem knieenden Donator (1' 2" h., 2'  auf der Aussenseit-e grau 
in grau die Verkündigung. 
Eine Anzahl verwandter Bilder haben dann mehr oder weniger 
Anspruch von der Hand unsres Meisters selbst herzustammen. [So 
zunächst ein Flügelbild, die Verkündigung darstellend, jetzt in der 
Sammlung der Eremitage zu St. Petersburgl), dann mehrere Madon- 
nen in England, bei Lord Exeter in Burleigh-House, bei Mr. Beres- 
ford Hope in London, [letztere von Crowe und Cavalcaselle ange- 
zweifelt] u. a. Wohl das schönste der hier summarisch zu erwahnenden 
Bilder, ebenfalls eine Madonna mit Kind, einem Stifter und mehreren 
Heiligen, beündet sich zu Paris im Besitze der Wittwe James Roth- 
schild2).  darüber das Nähere bei Dohnie: Kunst und Künstler, 
Ausgabe p. 94-436 die Stelle aus Courtepee Descript. hist. et topograph. du Duche 
de Bourgogne III. p. 451. Das Bild ist nur 67 Centimeter hoch, 62 breit. Ge- 
nauere Beschreibung bei Hotho a. a. O. II. 180 und Geschichte der christl. Malerei, 
p. 485. 
1) Vgl. Waagen, die Gemäldesammlung in der kaiserlichen Eremitage. München 
1864 S. 115. 
1') Vgl. über alle diese Bilder Hotho a. a. O. S. 180-203, und Geschichte der 
christlichen Malerei S. 476-488 a. a. 0., Crowe u. Cavalcaselle a. a. 0., Waagen, im 
Handbuche I. 87 ff. imd derselbe K. W. u. K. II. 233. 485, III. 538. Die kleine, 
in einer gothischen Kirche stehende Madonna im Palazzo Doria in Rom, welche 
Waagen (Kunstbl. 1847 p. 163) bei flüchtiger Ansicht dem Johann van Eyck zu- 
schreiben wollte, bildet mit einer zweiten dort befindlichen Tafel, ein knieender 
Ritter mit einem Einsiedler in der Landschaft, ein Diptychon und gehört einem 
iiandrischen Meister aus der zweiten Hälfte des Jahrhunderts an. Auch das rei- 
zende kleine Bild der stehenden Madonna mit dem Kinde unter einem Bogen im 
Belvedere zu Wien Saal II. N0. 18 (abgeb. bei Förster Denkmale Band IV.) stammt 
auskso später Zeit. [Dagegen ist die kleine Madonna mit dem Kinde, in einer 
gothischen Kirche stehend, früher bei Suermondt, jetzt im Berliner Museum, ge- 
wiss ein achtes Werk des Jan van Eyck und ein Juwel von feiner und doch effekt- 
voller Ausführung].
        

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