Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1170478
XVIII 
Biographie. 
Carl Schnaasds 
Anstrengungen und wechselnden Zuständen, welche die Reisen mit 
sich brachten, nicht gewachsen war. Ihr Pastellbild, welches ihr Sohn 
Carl noch über seinem Sterbelager hängen hatte, zeigt liebliche 
anmuthende Züge. Seine Mutter war auch wohl noch mehr als der 
Vater Gegenstand kindlicher Liebe und Verehrung. Die Rücksicht 
auf sie griff tief in sein Leben und bestimmte dessen Gang in einer 
entscheidenden Zeit. 
Nachdem Schnaasds Vater durch den Tod des Grossvaters in den 
Besitz eines Theils des elterlichen Vermögens gekommen War, be- 
schloss er, etwa anderthalb Jahre nach GarYs Geburt, Danzig für 
immer zu verlassen, blieb auch bei diesem Entschluss, nachdem ihm 
mehrere Jahre später, durch den Tod seiner Mutter, die von einem 
vieljährigen Associe fortgesetzte Handlung zugefallen war. „Wir 
hielten uns", sagt Schnaase in einem von ihm verfassten kurzen 
Lebensabrisse, „vorzugsweise in Berlin auf, brachten jedoch meistens 
den Sommer, öfter auch ganze Jahre, auf grösseren und kleineren 
Reisen zu. Statt des heilsamen Eindrucks, den der stetige Anblick 
ernster und geordneter Verhältnisse gewährt, wurden daher meiner 
Knabenzeit die bunten Bilder eines Reiselebens vorgeführt." 
Schnaase pflegte, die Unruhe seiner Kinderzeit bedauernd, wohl 
zu sagen, er habe seine Jugend im Reisewagen zugebracht.  Wir 
besitzen einige Hefte kindlicher Tagebücher, die Carl auf diesen 
Reisen geführt, und die einen näheren Einblick in dieselben gewähren. 
Es ist zu verwundern, wie bei einem so zerstreuten und zerstreuenden 
Leben die Entwicklung des Knaben so rasch fortschritt, dass er zu 
Ostern 1816, also vor Vollendung des achtzehnten Jahres, die Univer- 
sität beziehen konnte. Den ersten Unterricht ertheilte der Vater 
selbst, scheint denselben auch auf den Reisen mit einer gewissen 
Pünktlichkeit fortgesetzt zu haben, und sobald die Familie sich 
irgendwo länger aufhielt, wurden Lehrer für die Söhne angenommen. 
Mit seinem siebenten Jahre, zu Ostern 1805, übergab der Vater 
Carl in Berlin der Leitung des Professors Hartung, welcher Vor- 
steher einer Privatschule war, die er bis zum HerbSt (168 Jahres 
181], allerdings mit mancherlei Unterbrechungen, besuchte. Bis zum 
Jahr 1809 haben die Eltern meist in Berlin gelebt und dort ein
        

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