Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1172302
Urkundliche Nachrichten über Johann. 
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Auch bei Johannes ist die Geschichte seiner Jugend unautgeklart. 
Wann er seinen Geburtsort Maaseyck verlassen, an welchem Orte 
er Hubert's Sbhüler war, wo er Meister wurde, das alles ist uns 
unbekannt. Sqeine Geschichte beginnt damit, dass wir ihn als Maler 
und „Varlet dd chambre" im Dienste jenes unruhigen Prinzen Johann 
von Bayern finden, der zuerst (von 1890 bis 1418) Bischof von Lüt- 
tich war, dann resignirte, sich verheirathete und so Herzog von 
Luxemburg, Brabant und Holland wurde. Wann dies Dienstverhält- 
niss begann und ob es damit im Zusammenhang steht, dass unser 
Künstler an den Ufern der Maas geboren war, wo der Herzog als 
Bischof von Lüttich residirt hatte, ist unbekannt. Urkundlich er- 
wiesen ist nur, dass Johann van Eyck vom October 1422 bis zum 
September 1424 im Haag und im Dienste des (lainals dort wohnen- 
den Herzogs stand und von demselben Gehalt bezogl), dass er 
sich dann aber, bald nach dem Tode dieses seines ersten Herrn 
(Januar 1425) in Flandern befand, wo er nun mit Beziehung auf jene 
frühere dienstliche Stellung und mit gleichem Titel, verinöge einer 
in sehr ehrenvollen Ausdrücken abgefassten Urkunde vom 19. Hai 
1425 in die Dienste Philipps von Burgund, also in sehr viel günsti- 
gere Verhältnisse tratQ). Die Rechnungen der herzoglichen Hofhal- 
tung ergeben, dass er bei diesem seinem Herrn in grosser Gunst 
stand und ihm nicht bloss als Maler, sondern auch als Gesandter 
diente. Vom August 1425 ab tritt er in Lille auf, wo er, wie es 
scheint, bis zum Sommer 1428 beschäftigt war. Im Jahre 1426 
inzwischen wurden ihm wiederholt nicht unbetrachtliche Zahlungen 
geleistet für geheime Reisen, die er im Dienste des Herzogs machen 
sollte und bereits gemacht hatte3). Im Jahre1427 erhielt er ausser 
Hnclliches Werk zu besichtigen. Sie würde nicht uninteressant sein und die 
Vermuthung begründen, dass das Geuter Altarwerk damals bereits weit vorge- 
Schritten war. 
1) Wie dies nach der Entdeckung von Pinchart die im Archiv im Haag be- 
findlichen Rechnungen der Grafen von Holland ergeben. Vglj das Bulletin de 
PAceLlemie de la Belgiqne, T. XVIII. Brux. 1864. 
9) Vgl. de Laborde, a. a. O. Vol. I. p. 206 und danach bei Waagen-im 
Kunstblatt 1850 S. 27. Crowe und Cavalcaselle a. a. O. p. 50 und deutsche 
Originalausgabe von A. Springer, p. 81.. Pinchart a. a. O. p. CXCI. Michiels 
II. 213. 
a, VgL überall die Rechnungsauszüge bei de Lahorde a. a. O. Die im Texte 
erwähnten Zahlungen (p. 225 u. p. 242 daselbst) wurden im August und Oktober 
geleistet, He. cause de certains loingtains voyaiges secrets etc." Ob beide Zahlungen 
sich auf eine und dieselbe Reise, die eine als Vorschuss, die andere als Abrechnung, 
bezogen, so dass demnach die Reise die Dauer von zwei Monaten in Anspruch ge-
        

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