Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1172288
Unsicherheit in der Bestimmung ihres Alters. 
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Kloster zu Maaseyck bezahlen liess 1), dient wesentlich zur Bestäti- 
gung. Ihre Geburtszeit kennen wir nicht genau; Hubert's Grabschrift 
gibt zwar das Jahr seines Todes (1426), aber nicht das Alter, welches 
er erreicht. Van Mander spricht unbestimmt; Hubert müsse, soviel 
man wissen könne, ungefähr 1366, Johann etliche (oder, wie er nach- 
her sagt, ein gutes Theil) Jahre später geboren sein. Zwei Gestalten 
auf dem Genter Altar und zwar auf der Tafel der gerechten Richter 
galten, wie schon Lucas de Heere 'und van Mander angaben, als Bild- 
nisseder beiden Brüder und haben ohne Zweifel auf die Vorstellung 
von ihrer Altersverschiedenheit eingewiirkt. Der eine der beiden Köpfe 
trägt augenscheinlich ältere Züge, und man hat geglaubt, danach 
das Alter HuberUs auf etwa 50 bis 60 Jahre, das des jiingern Bruders 
auf 30 bis 35 schätzen zu dürfen. Allein eine solche Würdigung 
ist immer sehr unsicher; die Wirkungen feinerer oder schwächerer 
Körperbildung sind schwer von denen des Alters zu unterscheiden, 
und man wirrl denen nicht widersprechen dürfen, welche eine so 
grosse, ohnehin bei Geschwistern selten vorkommende Differenz nicht 
zugeben wollen und sie nur auf etwa 15 Jahre schätzenf). Von dem 
Stande ihres Vaters wissen wir nichts; da ausser beiden Brüdern 
auch ihre Schwester Margaretha als Malerin gerühmt wurdeß), und 
mithin die Kunst im Hause einheimisch gewesen zu sein scheint, 
könnte man auch im Vater einen Maler vermuthen. Dies würde dann 
die Ursache sein, dass Iluberfs Lehrmeister, wie schon van Mander 
bemerkt, unbekannt gebliebent). Ueber das erste Auftreten beider 
1) De Laborde, Les ducs de Bourgogne I. p. 395 (nro. 1407). Auch der Um- 
stand ist zu erwähnen, dass nach Huberüs zu Gent erfolgtem Tode die Hinter- 
bliebenen eine nur den Fremden auferlegte Steuer zahlten. Carton, Les trois 
freres van Eyck, Bruges 1848 p. 37. Hotho II. 150. 
2) In der Liste chronologischer Daten, welche Herr Delbecq aus dem zu seiner 
flüchtigen Einsicht gelangten lNIanuscript des Lucas de Heere extrahirt hat (S. oben 
S. 108), soll Huberfs Geburtsjahr auf 1366, das des jüngeren Bruders aber auf 
1381 bestimmt sein. Michiels a. a. O. Vol. V. p. 447 mit Bezugnahme auf eine 
Publication jener Liste durch Edniond de Busscher. 
3) Lucas de Heere bei van Mander: 
„Die met haer schilderije oock menigh heefl: verwondert". Dass auch Lambert 
van Eyck, der allerdings wie Johann als varlet de ohambre im Dienste des Her- 
zogs stand und ausdrücklich (bei Gelegenheit eines Antrags über die Grabstätte 
J ohann's) als frater domini Johannis de Eyck solemnissimi pictoris bezeichnet wird, 
ebenfalls Maler gewesen, ist völlig unerwiesen. Vgl. de Laborde, Les Ducs de 
Bourgogne I. p. CIII. u. CXX. p. 257. Hotho a. a. O. II. 208 ff. Michlels a. a. 0, 
II. 240. 
4) Heris, Memoirc sur le caractere de Pecole Flamaude etc. (1855) p. 57 ü". 
u. Michiels a. a. O. II. p. 95 tl". haben die Hypothese aufgestellt, dass Hubert seine 
S!
        

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