Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1172265
Johann 
durch 
Iluberfs Name anfänglich 
verdunkelt. 
113 
weg: „des Johannes Tafel". Auch Marc van Vaernewyck, ein bel- 
gischer Autor, der in seiner 1562 erschienenen poetischen Schilderung 
der Alterthümer von Flandern diese Altartafel als ein Werk be- 
zeichnet, das an geistreicher Erfindung und malerischer Kunst in ganz 
Europa schwerlich seines Gleichen habe, nennt als den Meister des- 
selben nur Jan van Eyck, der aus Maaseyck, einem kleinen Städtchen 
im rauhen Lande von Kempen, stamme und rühmt, dass Gott in 
noch rauher Zeit dem Lande einen so grossen Künstler gesandt habel). 
Erst einige Jahre darauf scheint derselbe Schriftsteller von Hubert 
erfahren zu haben; in seinem „Spiegel niederländischen Alterthums", 
der erst 1568 erschien, aber zufolge der Vorrede schon 1:366 voll- 
ständig redigirt war, nennt er ihn neben Johann als einen sehr aus- 
gezeichneten Künstler, theilt seine Grabschrift mit und erwähnt sogar, 
dass er jene berühmte Altartafel angefangen habe. Ungefähr gleich- 
zeitig kommt er dann auch bei Guicciardini in seinem Reisewerke 
(1567) vor, doch so, dass Johannes noch immer die bedeutendere 
Persönlichkeit, Hubert nur als sein Gehülfe erscheint, der stets mit  
ihm zusammen gearbeitet habez), und gleich darauf bei Vasari in 
dem seiner zweiten Ausgabe (1568) hinzugefügten Kapitel über ver- 
schiedene ilandrische Künstler, der ihn aber leichthin und gewisser- 
inassen nur als den Bruder des grossen Johannes erwähnt. Um diese 
Zeit mehren sich die Zeugnisse über Hubert. Wie es scheint, war 
man in den Niederlanden darauf aufmerksam geworden, dass er mit 
Unrecht in Vergessenheit gerathen sei und suchte daher seinen Namen 
mit der bisherigen Tradition in Verbindung zu bringen. Peter Opmeer, 
ein gewissenhafter holländischer Schriftsteller, der ein langes Leben 
hindurch die Materialien zu seinem, erst 16 Jahre nach seinen Tode, 
1611 erschienenen "Opus chronographicum" sammelte, stellt ihn seinem 
Bruder Johann ganz gleich und nennt ihn mit diesem zum Jahre 1410 
nicht nur als Maler ersten Ranges, sondern auch als Miterfinder der 
081111211611313). In ähnlicher Würdigung erscheint er dann in den Ge- 
dichten des Lampsonius und Lucas de Heere, welche van Mander 
I) Vgl. die Nachrichten über die verschiedenen Werke und Aeusserungen des 
Marc van Vaernewyck bei Ruelens ad Crowe und Cavalcaselle a. a. O. p. XLIX. 
2) Descrittione etc. 1567 p. 97: Pari a pari di Giovanni andava Huberto suo- 
fratello. il quale viveva e dipingeva continuamente sopra le medesime opere insieme 
con esso fratello. 
3) Opus chronographicum orbis universi. 
„1410: Hac tempestate Horuerunt Gandavi J oannes Eickius cum Huberto, fratre 
suo majore natu, summi pictores. Quorum ingeniis primum excogitatum fuit, colo- 
res terere oleo seminis lini etc." Vgl. Ruelens zu Crowe u. Cavalcaselle pag LXV- 
Schnansekz Kunstgcsch. VIII. 8
        

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