Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im 15. Jahrhundert
Person:
Schnaase, Carl Lübke, Wilhelm Eisenmann, Oscar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169929
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1171268
Consolidirung des spanischen Königreichs. 
des Volkes und gab diesem die seinem Geiste und der insularen Lage 
des Landes zusagende Richtung. 
Auch Spanien, das bisher durch den seit Jahrhunderten fort- 
dauernden Kampf mit den Mauren in seiner Entwickelung gehemmt, 
kaum einen activen Antheil an der Geschichte des Abendlandes ge- 
nommen hatte, erlangte am Schlusse des fünfzehnten Jahrhunderts 
eine Umgestaltung in ähnlicher Richtung wie Frankreich und Eng- 
land, aber doch in sehr eigenthümlicher, dem Nationalcharakter ent- 
sprechender Weise. Jener stete Kampf führte nicht in dem Grade 
wie dort zu militärischer Disciplin und monarchischer Einheit und 
vermochte nicht den von den Westgothen vererbten germanischen 
Geist der Sonderung und des Freiheitsstolzes zu überwinden. Daher 
die Spaltung der Christen in mehrere, durch die Rechte des Adels 
vielfach beschränkte Königreiche, und die Entstehung einer ernsten, 
kriegerischen, schwärmerischen Ritterlichkeit, die sich mit fanatischem 
Glaubenseifer, aber auch oft mit orientalischer Genusssucht, Leiden- 
schaftlichkeit und Rachsucht verband. Dazu kam dann, als der 
Kampf mit den verweichlichten und in sich uneinigen Mauren die 
Kräfte nicht mehr wie bisher in Anspruch nahm, ein Sittenverfall, 
der schlimmer war, als in anderen christlichen Ländern und zu Mord- 
und Gewaltthaten in den regierenden Häusern, zu Bürgerkriegen und 
fast zur Auflösung aller staatlichen Ordnung führte- Abhülfe war 
um so schwerer, als selbst in den beiden mächtigsten der christlichen 
Reiche Spaniens, in Aragon und Oastilien, die königliche Gewalt durch 
die weit ausgedehnten Rechte der Stände gelähmt war. Dennoch ge- 
lang sie, zunächst durch zwei ausgezeichnete Persönlichkeiten. Fer- 
dinand von Aragonien und Isabella vonCastilien, vermählt noch ehe 
sie sichere Aussicht auf Thronfolge hatten (1469), erwarben sich schon 
da die öffentliche Gunst, und regierten dann nach ihren eigenen 
Wünschen, sowie nach denen ihrer auf ihre Sonderrechte eifersüch- 
tigen Völker, in staatlicher Trennung, aber mit solcher Klugheit und 
Uebereinstimmung, dass sie ihren Nachkommen ein einiges, fest or- 
ganisirtes Spanien hinterliessen. Die Mittel, deren sie sich zu diesem 
Zwecke bedienten, waren gewaltsam, oft blutig, aber doch schonend 
gegen die Eigenthümlic11keiten der Nation und die vorherrschenden 
Richtungen des Zeitgeistes. Um die Zügellosigkeit des Adels zu 
brechen, der von seinen Burgen aus sich befehdete und die Land- 
strassen unsicher machte, wurde ein in Castilien schon bestehendes, 
aber machtlos gewordenes Institut, die heilige Brüderschaftßanta 
Hermandad), ein Bündniss zur Aufrechterhaltung des Rechts und zur 
Bestrafung des Friedenshruches, erneuert, umgestaltet und demnächst
        

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