Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164637
Pinturicchio. 
Ingegno. 
individuellen Lebens. Am Gewölbe sind die vier Evangelisten 
in derselben Weise gemalt, wie sie später bei Pinturieehio 
immer wiederkehren, mit stereotypen gemüthlichen Bezügen, 
Wie denn z. B. Johannes immer seine Feder ansieht, 0b sie 
auch spitz genug sei. Auch die sehr beträchtlichen (über- 3.. 
malten) Fresken in der Chornische von S. Croce in Gerusa- 
lemme zu Rom sind aus dieser bessern Zeit; sie stellen die 
Geschichte der Kreuzerlindung und darüber einen colossalen 
Christus in einem Nimbus zwischen Engeln dar, eine Gestalt 
voll milder Majestät. Von untergeordnetem Werthe sind da- 4.. 
gegen die Fresken in S. Maria del Popolo und S. Onofrio, 
bei Welchen man bereits die N achhülfe untergeordneter Hände 
voraussetzen darf, ebenso bei den Fresken am Gewölbe eines 5.. 
Nebenraumes von S. Cecilia (rechts), Wenn diese wirklich 
unter Pinturicchids Leitung entstanden sind. Als eine der 6, 
vorzüglichsten Leistungen nennen wir dagegen eine Madonna 
mit dem Kinde, in einer Kapelle des Palastes der Conser- 
vatoren auf dem Capitoläs). Sie sitzt, dem Beschauer ent- 
gegengewandt, auf dem Throne; ihr weiter Mantel bildet. 
einen treiflichen grossartigen Faltenwurf; das Kind in ihrem 
Schoosse ist in liebliehster Stellung eingeschlafen; sie faltet 
die Hände und blickt ruhig, ernst und schön nieder. Zu den 
Seiten sind zwei verehrende Engel auf Wolken,  Auch 
nach seiner Rückkehr nach Perugia schuf Pinturiechio noch 
Einzelnes Treftliche. Eins seiner schönsten Gemälde vom .7, 
Jahre 1495 befindet sich in der Akademie von Perugia 
(früher in der Kirche S. Anna.) In diesem aus mehreren  
Tafeln zusammengesetzten Werke zeigt. sich, wie vielleicht 
in keinem Gemälde der umbrischen Schule, auf glücklichste 
Weise das eigenthümlieh tiefe und reine Gefühl des Niccolo 
Alunno mit besserer Formenkenntniss und schönerer Manier 
verschmolzen; in den Köpfen besonders ist Charakter und 
Ausdruck aufs Innigste gefühlt und wiedergegeben. Andere 8- 
vorzügliche Tafelbilder seiner Hand sind z. B. die Himmel- 
 Von P assavant (Rafael, 1., S. 501) dem Ingegno zugeschrie- 
ben, von Crowe u. Cavalcaselle (III., 164) dem Fiorenzo.
        

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