Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164418
Giovanni 
und 
Gentile 
Bellini. 
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bar hervorgetreten.  Ein ähnliches Gemälde von geringerm13- 
Werthe befand sich in der Galerie Manfrini.  Vielleicht 14. 
das späteste Bild Giovannfs ist ein Altarblatt in S. Giovanni 
Crisostomd, vom Jahre 1513. Hinten auf einem Fels in 
steiler Landschaft sitzt lesend der heil. Hieronymus; vorn, 
durch eine Marmorbrustwehr von der Landschaft getrennt, 
steht rechts S. Augustin, ruhig vorwärts gewandt, links S. 
Christoph, treuherzig aufwärts schauend nach dem lieblichen 
Christuskinde, welches sich an seinem kurzen krausen Haare 
festhält. Es sind die feinsten geistigen Gegensätze, welche 
zu mannigfacher Deutung anregen.  Andere Werke iindetlö. 
man in der Sakristei der Kirche del Redentore (in der ehe- 
maligen Galerie Manfrini u. a. ein gemüthliches Bild des h. 
Hieronymus in seinem Studierzimmer), und in der Akademie. 
Hier werden u. a. fünf kleine, höchst sauber ausgeführte alle- 16. 
gorische Bilder aufbewahrt, deren Sinn, wahrscheinlich nach 
Absicht des Bestellers, nicht leicht zu deuten ist. Man sieht 
z. B. Fortuna, als schönes blondes Weib, in weissem halb- 
offenen Gewande, von kleinen nackten Genien umgeben, in 
einem Kahne sitzend; mit der Rechten hält sie einen auf ihr 
Knie gelehnten Globus, gegen welchen sich ein' Genius an- 
stützt; vorn im Nachen bläst ein anderer die Doppelfiöte; 
zwei ziehen wohlgemuth plätschernd den Kahn durch die  
stille F luth; hinten Felsufer. Hier und in den übrigen Bild- 
chen ist die heitere Naivetät, deren es zu solchen mythischen 
Gegenständen bedarf, mit einer meisterhaften, wenn auch 
noch etwas scharfen Ausführung gepaart, welche vielleicht" 
auf die frühere Zeit Giovanniis hindeutet. In ähnlichem Styl17. 
mag eines der spätesten Werke des Meisters, das berühmte 
Bacchanal (mit der von Tizian gemalten Landschaft) behan- 
delt sein, welches sich zuletzt im Besitz des verstorbenen 
Cav. Camuccini in Rom befand, wovon wir jedoch den jetzi- 
gen Besitzer nicht anzugeben wissen. 
Auch ausserhalb Venedig's sind die Bilder dieses Mei- 
sters nicht selten. Eins der grössten und bedeutendsten ist18. 
eine Krönung Maria, welche sich noch 1835 in der Kirche 
S. F rancesco zu Pesaro befand. Die Pilaster-Architektur des
        

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