Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164389
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Buch III. 
Italien. 
Jahrhundert; 
Venedig. 
146. 
3- in der Weise der Eyckhchen Schule gemalt. Die andern 
beiden, der Kopf eines heil. Sebastian vom Jahre 1478 und 
eine Madonna mit dem Kinde, haben schon ungleich mehr 
von italienischem Typus, namentlich jene Weichheit. und 
Wärme der Carnation, die später besonders die venetianische 
4- Schule zu ihrer bedeutendsten Blüthe erhob.  Ein männ- 
liches Bildniss von freier und schöner Auffassung in bester 
flandrischer Weise enthalten die Uffizien in Florenz; einen 
Christusleiehnam mit. drei weinenden Engeln die k. k. Galerie 
in Wien. Einen Christus an der Säule besass die ehemalige 
5. Galerie Manfrini in Venedig.  Das Bild eines gekreuzigten 
Heilandes zwischen Maria und Johannes, ebenfalls vom Jahre 
1445, befindet sich im Museum von Antwerpen; auch dies 
Werk noch mehr im Charakter der Eyck'schen Schule.  
In der Akademie von Venedig eine weinende heilige Nonne 
aus der späteren Zeit. des Künstlers. 
6- Das eigentliche Haupt der venetianischen Schule dieser 
Zeit ist Giovanni Bellini (1426-1516), der Sohn jenes 
Giaeomo Bellinii), des Schülers von Squareione und Gentile 
da Fabriano. Giovanni Bellini besass nicht jenen hohen 
poetischen Schwung der Gedanken, durch welchen sich auch 
Realisten wie Signorelli auszeichneten, auch nicht jene viel- 
artige, feurige Kraft, womit Mantegna das Reich der Wirk- 
lichkeit sich dienstbar machte Hi), und noch Weniger die 
schwärmerische Begeisterung, welche bei Pietro Perugino hin- 
reisst,  wohl aber ein edles und sinnvolles Gemüth, dessen 
Ausdruck in seinen Bildern den Beschauer ewig fesselt und 
zum Freunde gewinnt. Die höhere Milde, wodurch schon bei 
4') Dass er mit Mantegna nahe verwandt war, sagt eine Urkunde 
bei Gaye, Cartegg. II, S. 80. 
wie) Wobei jedoch zu erwägen bleibt, dass die grossen historischen 
Bilderreihen, womit Luigi Vi'varini, Giov. Bellini und andere Maler den 
Dogenpalast geschmückt hatten und welche vielleicht das Urtheil über 
diese Maler modificiren würden, bei dem Brande des Jahres 1577 
untergegangen sind. Eine Aufzählung jener Maler vom Jahre 11,195 
s. bei Gaye, Carteggio, II, S. 70. Auch mit Pietro Perugino war 
wenigstens ein Contract abgeschlossen.
        

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