Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164314
Aeltere 
Lombarden. 
57 
Malern der Lombardei. Einer der trefflichsten ist Macrino 
d'Alba (eigentlich Giangiacomo ltlava), um 1500, dessen 
Thätigkeit besonders in die Gegend von Turin fällt. Eine 
Madonna mit Seitenbiltlern aus der Geschichte von Joachim 
und Anna, jetzt im Städelschen Institutzu Frankfurt a. M., 
sehr würdig und voll Charakter, lässt 2.13. ausser padua- 
nischen Anklängen auch peruginische wahrnehmen.  Inl7. 
Modena blühte um 1480 Francesco Bianchi Ferrari, 
genannt il Frari, der frühste Lehrer Coreggids; seine Ma- 
donna mit Heiligen, jetzt im Louvre, zeigt bei beträchtlicher, 
lebendiger Durchbildung schon einen Einfluss des Francesco 
Francia.  Gleichzeitig lebte, wahrscheinlich in seiner Vater- 18. 
stadt Alessandria, der sehr tüchtige Giovanni Massone, 
von Welchem der Louvre eine ansprechende Geburt Christi 
enthält. 
Auch ündet man eine eigenthümliehe Annäherung an19. 
die Weise jener älteren lombardisehen Schule in den Werken 
einiger Künstler dieser Zeit von Parrna, namentlich des Fi- 
lippo Mazzuola, von dem u. a. ein Paar treffliehe Bilder 
(ein Christusleichnam im Schoosse einer Nonne, andre Nonnen 
umher,  und eine Madonna mit zwei Heiligen) in der 
Galerie des Museums zu Neapel vorhanden sind. 
Damals, um 1500, blühten in Lodi die Brüder A1ber-20. 
tino und Martino Piazza, Welche vielleicht die höchste. 
Entwickelung dieser altern lombardischen Malerei repräsen- 
tiren. Die Darstellung strenger und dabei seelenvoller 
Charaktere, die Kenntniss des Nackten, die grossartige Ge- 
wandung bilden hier ein Ganzes, welches als Vorstufe der 
vollkommenen Kunst kaum unter Perugino und Franeia steht. 
Albertino erscheint als der ältere und alterthümliehere, Mar- 
tino als der jüngere, genialere Meister, welcher auch der 
Weise des XVI. Jahrhunderts schon naher ist. Ihre mßiSf 
gemeinschaftlich gearbeiteten Hauptarbeiten sind: ein Altar- 
werk in der Kirche dell' Incoronata zu Lodi (Antoniuskapelle), 
ein anderes, aus vielen Tafeln bestehend, in S. Agnese zu 21. 
Lodi, mit einer Madonna von fast raphaelisßher Schönheit 
und Anmuth, ein drittes in der Kirche delP Incoronata zu 22.
        

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