Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169716
Deutsche : 
Baiern 
etc. 
Frankreich. 
597 
der höchsten Blüthe der deutschen Malerei, mit dem geistigen 
Aufschwung des ganzen Abendlandes auch nicht Einen Maler 
von Bedeutung aufzuweisen hat, so wundert man sich nicht 
mehr, dass der grosse Kunstfreund, König Franz  nur mit 
italienischen Werken seine Paläste bereicherte, nur italie- 
nische Künstler beschäftigte. Leonardo da Vinci ward 
durch ihn am Abende seines Lebens nach Frankreich berufen, 
ebenso einige Jahre später Andrea del Sarto; der Eine 
starb bald, der Andre entwich, wie wir oben (S. 127 und 
164) berichtet haben. Auch mit der Berufung des be- l 
tagten Jacopo Pacchiarotto war nicht viel geholfen. 
Nur die geringem Kräfte hielten im Dienste des Königs 
ausj Von bedeutender Wirksamkeit waren die Künstler, 
welche zur Ausschmückung des Schlosses zu Fontainebleau 
für ihn arbeiteten; Rosso (den die Franzosen Maitre 
Roux nennen), Primaticcio, Niccolö dell' Abate 
und viele andre Italiener, welche den Genannten hülfreiche 
Hand leistetenä"). Auch werden verschiedene Franzosen er- 
wähnt, welche an den Arbeiten zu Fontainebleau Theil ge- 
nommen; doch haben sich diese nirgend zu selbständiger 
Eigenthümlichkeit entwickelt. Die ganze Schule von Fon- 
tainebleau ist im Wesentlichen nur als ein aus Italien ver- 
setzter Zweig, als eine Colonie, die fremd im fremden Lande 
dasteht, zu betrachten. Ihr Gesammtcharakter besteht in 
jenem mehr dekorativen Elemente, worin sich die_ römische 
Schule mit Glück bewegt hatte. Zu bemerken ist jedoch, 
dass diese Werke zu Fontainebleau von den späteren fran- 
zösischen Künslern, sofern sie in der Heimath ihre erste 
Bildung empfingen, als ihre bedeutendsten Muster betrachtet 
wurden und dass sie auf die Entwickelung der letztern nicht 
ohne Einfluss warenw).  
4') Vgl. oben S. 167 und 257. 
 Dass übrigens schon vor der Ansiedelung der genannten 
Italiener eine italisirende Manier in Frankreich einlieimisch war, be- 
weist Waagen (Paris, S. 395) aus Miniaturen des Malers Godefroy 
vom Jahre 1519. Eine beträchtliche italienische Einwirkung war aller- 
dings bereits bei Fouquet von Tours (S. 414) sichtbar, auch hängt
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.