Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169702
596 
Buch IV. Norden. 
XVI. Jahrhundert. 
Ital. Einüuss. 
264. 
zahlreiche Kirchenbauten ausführen liess, beschäftigte u. a. 
Malern den in Venedig nach Tizian gebildeten Christoph 
llschwarz (1550-1594), von welchem die Pinakothek meh- 
rere grosse Bilder besitzt. Etwas früher hatte Hans Müe- 
lich (1515 4572) dort tüchtige Bildnisse ausgeführt Etwas 
später dagegen blühte Johann Rottenhammer von Mün- 
chen 11564-1622), der Schüler Tintorettois, und zwar in 
13. dessen besserer Zeit. Ein sehr grosses Bild in der Pinako- 
thek, Madonna mit vielen Heiligen dem heil. Augustin erschei- 
 nend, ist mit vieler Energie gemalt, ebenso eine Enthauptung 
der heil. Catharina Von den meist kleinern mythologischen 
1-1. Gemälden dieses lWeisters erwähnen wir eine Amazonen- 
schlacht im Berliner Museum, ein feuriges, leidenschaftlich 
15. bewegtes Bild, und den Tod des Adonis, im Louvre, ganz 
in der Art der hellen, warmen und fleissigen Gemälde Tin- 
torettds.  Die beiden genannten Maler stehen der deutschen 
Kunst des XVI. Jahrhunderts schon ferner als die vorher 
angeführten, bei welchen noch immer hie und da. ein Motiv 
der Dürefschen Zeit zum Vorschein kömmt.  Gleichzeitig 
malte auch Adam Elzheimer aus Frankfurt (1574-l62O', 
Welchen wir unten bei den Landschaften umständlicher be- 
handeln, schon hier aber wegen seiner zierlichen, miniatur- 
artigen Historienbildchen erwähnen Inüssen. Dieselben sind 
verhältnissmässig frei von Manier und reich an einzelnen 
geistvollen Zügen, einige auch von kunstreichem Lichteffekt. 
Das Original seiner „Ceres, von dem Knaben Stellio ver- 
spottet," das man im Brande von WVhitehall zerstört glaubte, 
16. befindet sich in der Galerie von Madrid; eine Wiederholung, 
vielleicht von der Hand Gerard Dow's, im Berliner Museum. 
s. 264. Am wenigsten einheimisches Gedeihen findet 
sich in der französischen Kunst dieser Zeitäk). Wenn 
man mit Erstaunen sieht, dass Frankreich gleichzeitig mit 
4') Literatur: Verschiedene französische Werke: z. B, Gault de 
Saint Germain: las trois siäcles de la peinture an France, Paris, 
1808.  Sodann vornehmlich: Fiorillo, Geschichte der zeichnenden 
Künste etc. Bd. III, 1805, Geschichte der Malerei in Frankreich.  
Vgl. bes. Waagen, Paris, S. 17 ü", 395 HI, 637 ff.
        

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