Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169687
594 
Buch IV. 
Norden  
XVI. Jahrhundert. 
Ital. Einfluss. 
263. 
Reliquienschreines, auf beiden Seiten bemalt, auf denen zu 
äusserst die lebensgrossen Gestalten verschiedener Heiligen, 
sodann Begebenheiten aus dem Leben der Kaiserin Helena 
und das Martyrthum der thebaischen Legion, zu innerst 
mehrere Scenen aus dem Leiden Christi dargestellt. sind. Im 
2. Museum zu Köln ist aus dieser Zeit (1535) das tüchtige 
Portrait des Bürgermeisters Browiller, im Berliner Museum 
3- das sehr vorzügliche des Bürgermeisters J. van Ryth, 
vom Jahre 1525, vorhanden, welches letzterebeinahe an 
spätere Holbeidsche Bildnisse erinnert. Von den spatern 
Werken italisirender Gattung, welche insgemein eine leere, 
unangenehme Manier zeigen, besitzt das Museum und 
4, die  Kirchen von Köln (bes. S. Severin), die Moritz- 
5. kapelle zu Nürnberg, u. a. Sammlungen eine beträchtliche 
6. Anzahl; Einiges davon mag den zum Collectivum gewordenen 
Namen de Bruyn allerdings- mit Unrecht tragen (dagegen 
dürfte ihm manches, in der Münchner Sammlung dem Heems- 
7. kerk Zugeschriebene gehören). Vielleicht das beste Bild dieser 
Richtung befindet sich in der Sammlung des Herrn Haan in 
Köln (ehemals bei Lyversberg); oberwärts Christus auf dem 
Regenbogen, unten rechts Heilige des Ritterstandes, links 
heilige Geistliche, fern in der Mitte zwei arbeitende Bauern. 
Das Ganze ist. in einem ernsten, nicht unedeln Sinn concipirt 
und enthält in den lebenswahren Köpfen und der guten Ge- 
wandung noch Anklänge der frühern WVcise.  Von den 
andern_ kölnischen Malern jener Zeit ist Johann von 
Aachen, Schüler des Spranger, ein nicht zu verachtender, 
glänzender Manierist, Geldorp Gortzius (ein geborner 
Niederländer, geb. 1553), in Pcrtraits ansprechend, J errich 
nicht. ohne eine weiche Eleganz. 
In den protestantischen Gegenden Norddeutschlands, 
welche schon zur Zeit Dürer's eine untergeordnete Stelle in 
der Malerei eingenommen, taucht hie und da noch ein Kunst- 
werk, aber selten von einigem Belange auf. An den Höfen 
beschränkte man sich wesentlich auf Portraitmalerei und 
wandte die vorhandenen Mittel auf Curiositäten, getriebene 
Arbeit, Elfenbeinschnitzereien u. dgL; eine Geschmacksrich-
        

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