Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169524
578 
Buch IV. 
Norden. 
XVI. 
Jahrhundert. 
Niedorlänrler. 
259. 
Schönheit in den Formen des letzteren erreichte, und wenn 
nicht im Gegentheil noch etwas Schrofes und Gewaltsames 
das Ringen des Künstlers zur Bewältigung seines Stoffes 
erkennen liesse. 
In anderen Bildern, deren Gegenstand die pathetische 
Auffassung des vorigen ausschloss, erscheint Quintin weicher 
und entwickelt ein eigenthümlich heiteres frisches Leben. 
S0 in einer schönen Altartafel, Welche aus der Gemälde- 
galerie des Königs von Holland im Ilaag in die kaiserliche 
Sammlung bzu St. Petersburg gekommen: Maria mit dem 
Christkinde im Arme, als Irlimmelslaönigin auf dem halben 
Mdnde stehend und von Engeln umgeben; unter ihr sieben 
Gestalten mystischerBeziehung, theils des alten Testamentes, 
theils der Legende.  Aehnlich ein Altarblatt in der Peters- 
kirche zu Löwen (in einer Nebenkapelle des Chores), welches 
auf dem Mittelbilde Maria mit dem Kinde und die Personen 
der heil. Verwandtschaft, auf den Seitentafeln Scenen aus 
dem Leben der Eltern der Maria darstellt; wiederum ein 
Werk von seelenvollstem Ausdruck und mildestei- Harmonie 
in Licht und Farbe. -Aehnlich auch ein Gemälde des Ber- 
liner Blus eums : 
sitzend 
Maria. auf dem Throne 
und das Christ- 
kind küssend. Vorn, auf einem Tischchen, sieht man hier 
Speisen, kunstreich gemalt, aber schon ein irdisches Bedürf- 
niss andeutend, Welches den älteren Meistern ebenso wie die 
lebendigere Bewegung des Ganzen fremd ist; doch ist die 
Arbeit des Thrones, besonders die durchschimlnernden Achat- 
säulen und deren durchbrochene Goldkapitäle, wiederum ganz 
in der alten nachdenklichen Weise ausgeführt._ In der Ant- 
Werpner Akademie wird ausser dem erwähnten Idälllptyvefk 
eine Halbfigur der heil. Magdalena (Wiederholung früher in 
Corshamhcuse, jetzt bei James Rothschild in Paris) und ein 
Ecce-Homo dem Massys zugeschrieben; letzteres eine Gestalt 
des edelsten Schmerzes, mit gesenktem Blick; sodann die 
Brustbilder Christi nnd Mariä, welche neuerlich unter der 
irrigen Benennung "Holbein" gestochen worden sind. An 
Adel, Schönheit und hinreissendem Ausdruck möchten diesel- 
ben keinem ausseritalienischen Werke dieser Zeit nachstehen,
        

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