Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169478
258. 
Niederländer. 
Der 
ächte 
Lucas 
VOII 
Leyd en. 
573 
in weiter Landschaft, mit vielen Nebengestalten; auf den 
Seitenbildern, in symbolischer Beziehung, das Opfer Abra- 
hams und die Anbetung der ehernen Schlange; auf dem 
Untersatzbilde ein nackter männlicher Leichnam (der todte 
Adam), aus dessen Leibe sich ein Baum (der Baum des 
Lebens f) erhebt, daneben die knienden Stifter. Das Gemälde 
ist theilweise von dunklem, kräftigem Colorit, aber "durch 
Schillerfarben von unharmonischem Ansehen und dabei glanz- 
los; das Costüm ist. etwas phantastisch, die Formen, obwohl 
nicht allzu mager, doch hart und ungleich, die Bewegungen 
heftig und eckig. Nur in der Frauengruppe neben der sin- 
kenden Maria ist ein Ausdruck des Weichen und Rührenden 
der vielleicht durch den Beiklang von Härte, den er zu über- 
winden hat, an Tiefe gewinnt.  In der Gemäldesammlung 
des verst. Königs von Holland im Haag befand sich von ihm  2. 
ein Gemälde, welches den David mit der Bathseba darstellt. 
Berühmter ist der Schüler des ebengenanntenf Luc 
Jacobz, genannt Lucas von Leyden (1494_l533). EY 
zuerst unter den niederländischen Künstlern ist innerlich 
vollkommen profan und fasst. auch seine heiligen Gegenstände l 
durchweg von einem genrehaften Standpunkt auf. Auch zu 
eigentlichen Genrebildern führte ihn diese Vorliebe für die 
Darstellung des gemeinen Lebens, das er bald schlicht und 
naiv, bald in einer mehr zum Scurrilen und Hässlichen sich 
neigenden Weise schildert; überhaupt hat das phantastische 
Wesen der Zeit bei ihm bereits einen bizarren Charakter 
angenommen, welcher nur allzuoft die Stelle der eigentlichen 
Würde und Bedeutsamkeit seiner Gestalten vertreten muss, 
wobei indess eine reiche Eriindungsgabe und ein lebhaftes 
Naturgefühl nicht zu verkennen ist. In solcher Art wenig- 
stens erscheint Lucas von Leyden in den von ihm gefertig- 
ten Kupferstichen, die theils heilige Gestalten, theils 50611811 
des Volkslebens vorführen.  Gemälde seiner Hand sind 
höchst. selten Eins der bedeutendsten der Dimension nach, 3. 
a) Oder vielmehr des Kreuzes. v. B1. 
 Dass gleichwohl in den italienischen Galerien Luca d'Olanda 
neben Alberto Duro ein Colleetivname für nordische Gemälde werden 
konnte, hat äeinen Grund- in der weiten Verbreitung seiner Knpfer-
        

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