Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169443
570 
Buch 
Norden. 
XVI. 
Jahrh. 
Niederdeutschland. 
257. 
den Kölnern durch harmonische Lichtwirkung und Hell- 
dunkel gemildert wird.  
Noch alterthümlich befangen ist der Styl des Victor 
und Heinrich Dünwegge, von welchen der Hauptaltar 
der Dorninicaner- (jetzigen Pfarr-) kirche zu Dortmund ein 
grosses Mittelbild, die Kreuzigung", und zwei Flügel, mit 
der Anbetung der Könige und der sehr umständlich behan- 
delten Sippschaft Christi enthält, sämmtlich auf Goldgrund 
gemalt, was für die urkundlich erwiesene Entstehungszeit, 
1521, schon eine seltene Ausnahme ist. Die Aussenseiten 
der Flügel enthalten vier stehende Heilige vor einem von 
Engeln gehaltenen Teppich, über welchem, wie bei Pseudo- 
Lucas von Leyden, eine Landschaft sichtbar wird. Eine an- 
dere Kreuzigung, ebenfalls auf Goldgrund, befindet sich im 
Berliner Museum. Die wüste, wirre Anordnung erinnert 
hier noch sehr an Jarenus (S. 427), während die manierirt 
realistische Formenbildung das Niveau eines Johann Raphon 
(S. 429) nicht überschreitet und die Färbung mit der sei- 
nigen fast identisch ist").  
Bei weitem ansprechender ist ein anderer mit Pseudo- 
Schoreel verwandter Westfälischer Maler", von welchem das 
Berliner Museum ein" wahrhaft prachtvolles Altärchen besitzt: 
Maria mit dem Kinde sitzend zwischen musicirenden Engeln 
(vorn ein Kirschenkorb), auf den Flügeln Donator und Do- 
natorin mit ihren Schutzheiligen. Die miniaturartige Aus- 
führung, welche noch in weiter Ferne die reiche Landschaft 
durch zierliche Geschichten belebt, die grosse künstlerische 
Gediegenheit alles Einzelnen, die vortreffliche, obwohl etwas 
scharfe Modellirung Würden aus diesem Werke ein Kleinod 
norddeutscher Kunst machen, wenn nicht die weiblichen 
Köpfe von einem unschönen, altklugen Typus wären.  Von 
derselben Hand  ist in den Studj zu Neapel ein noch 
schöneres Bild (dort Dürer benannt) mit der J ahrzahl 1512 H). 
 Ueher diese Maler vgl. Passavanfs Beiträge etc. im Kunstbl. 
1841, N0. 102; dagegen: C. Becker, a. a. 0., Kunstbl. 1843, N0. 90. 
M) Das Monogramm AD, welches laut dem Catalog darauf zu 
sehen sein soll, konnte ich nicht finden.  B.
        

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