Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169372
255. 
Kölner. 
Der 
Pseudo-Schoreel. 
563 
Allgemeinen edle Bildung der Köpfe und den innigen, leise 
zurückgehaltenen Schmerzensausdruck. (Eine Copie in der 
Lyskirehe zu Köln, wo sich ehemals das Original befand). 
Derselben Hand werden zwei kleine Madonnenbilder im Bel- 
vedere zu Wien, ein Flügelaltar {der Gekreuzigte mit Hei- 
ligen und Donatoren) in den Studj zu Neapel, und einige im 
Louvre „Holbein" benannte und in einem Rahmen vereinigte 
Bilder (Kreuzabnahme, Stigmatisirung des heil. Franz; und 
Abendmahl, letzteres mit bedeutenden Reminiseenzen an Leo- 
nardo) zugeschrieben  Ferner (von Waagen) das Bildniss 
einer Frau in blauem Kleid und weissem Tuch in der Galerie 
Liehtenstein in Wien, eine Madonna mit dem schlafenden 
Kinde und 3 singenden Engeln bei Herrn Blundell Weld zu 
Ince bei Liverpool. Auch ein schönes Altärchen, welches in 
der Sammlung desGrafen Shrewsbury zu Alten Tower „J oh. 
van Eyck" heisst, ist mit dem Styl des Meisters des Todes 
Maria nahe verwandt; es stellt eine Madonna mit Engeln, 
auf den Flügeln Heilige dar. 
Den vermuthlichen Lehrer dieses Meisters glaubte man 
in einer grossen, aus Genua stammenden Anbetung der 9. 
Könige in der Dresdner Galerie (dort Mabouse genannt), in 
einem kleinen Flügelaltar des Belvedere zu Wien (Madonna 10- 
in throno mit Engeln, auf den Flügeln Heilige und Dona- 
toren), und in einer aus Calabrien hergebrachten Anbetungll. 
der Könige in den Studj zu Neapel zu erkennen. Neuer- 
dings neigt man zu der Ansieht, dass man es nur mit ver-' 
sehiedenen Entwickelungsperioden desselben Meisters zu thun 
habe: einer frühem, WO er Schüler des Meisters der "Sipp- 
Schaft Christi" (im Kölner Museum S. 422) und einer zwei- 
a) Ich folge auch hier wieder Passavanifs "Beiträgen" etc. im 
Kunstbl. 1841, N0. 102 und 103, gestehe aber, die genannten Bilder, so 
weit ich sie kenne, nicht wohl auf einen Meister vereinigen zukönnen, 
so lange keine Tradition dazu nöthigt. Insbesondere liegen das Münch- 
ner Bild mit seinen etwas capriciösen Gestalten und seinem leuchten- 
den Colorit, und das Bild in Frankfurt mit seiner ans Ideale streifen- 
den Milde ziemlich weit auseinander.  B. 
35x
        

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