Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169285
554 
Buch IV. 
Norden. 
XV I. Jahrhundert. 
Holbein d. 
253. 
des königlichen Gefolges die Stiftungsurkunde des Hospitals 
überreichend.  
Von den übrigen Portraits nennen wir bloss die wich- 
tigsten, nach derjenigen Reihenfolge, welche am ehesten der 
ZeitTund der Entwickelung des Styles entspricht.  Zu 
6. Wiltonhouse (Landsitz des Grafen Pernbroke) das Bildniss 
des alten Morus, Vaters des Kanzlers, von naivster Natur- 
treue und mit besonders vorzüglichen Händen (1526   
7- Im Louvre der Kanzler Morus selbst, mit goldner Kette 
3- (1526).  In der Dresdner Galerie das bisher dem Leonardo 
da Vinci zugeschriebene Bildniss des englischen Goldschmie- 
9- des Morett i), ein kluger, verschlossener Alter.  In Hampton- 
court das Bild des Lord Guilford, im Kopf etwas leer und 
10- von schwerem Ton, sonst meisterhaft, bez. 1527.  Im Louvre 
zwei Bildnisse vom Jahre 1528, der Erzbischof Warham von 
Canterbury und der Hofastronom Heinrichs VIIL, Nicolaus 
Kratzer von München, das erste etwas flüchtig, namentlich in 
den Händen, das letztere von gediegnerer Ausführung, beide 
11.von ungemeiner Wahrheit der Auflassung.  In den Uffizien 
zu Florenz das Bild des Richard Southwell, aus demselben 
Jahre und somit ein merkwürdiger Beweis für die grosse 
Verschiedenheit der Ausführung in den einzelnen Werken 
Holbeins; es ist eins der sorgfältigsten, mit unendlicher Zart- 
heit. und edlem Naturgefühl gemalten Bildnisse, und im 
jugendlich aristokratischen Charakter des Kopfes wie in der 
Behandlung der schönen Tracht unübertrefflich zu nennen.- 
In das Jahr 1529 gehört. ausser den schon genannten, auf 
12. dem Continent gemalten Bildern, in Corshamhouse (Landsitz 
der Familie Methuen) wahrscheinlich auch das Bildniss des 
königlichen Schatzmeisters Sir Bryan Tuke, von feinster Durch- 
bildung und einem leis melancholischen Ausdruck, aber sehr 
13- verwaschen.  Ein Bildniss in der Pinakothek in München, 
14-n1it dem Datum 1529, einen jungen Mann darstellend.  In 
a") Vgl. einen Aufsatz von v. Quandt, Kunstbl. 1846, N0. B, mit 
einer Nachbildung des Hollafschen Stiches, welche den wahren Nennen 
des Dargestellten und des Künstlers beweist. Der Verf. stellt das Bild 
m Farbenton zunächst mit dem Morus im Louvre zusammen.
        

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