Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169275
253. 
Aufenthalt in 
England. 
Portraits 
späterer 
Zeit. 
553 
Hanse zu London, deren Ausführung Zucchero im Jahre  
1574 Rafaels würdig erklärte. Den Skizzen nach zu urthei- 
len, waren es Allegorien von etwas nüchternem Charakter. 
Sonst ist nur noch eine geistvolle Darstellung des verlernen 2_ 
Sohnes in liederlicher Gesellschaft, jetzt. in der Liverpool- 
Institution, anzuführen; eine nackte Halbfigur, bei Hrn. Miles 3. 
in Leight-Court (bei Bristol), von streng naturalistischer Durch- 
hildung, mag als Seltenheit mit. genannt. werden. 
Holbein fandin England  zwar nicht. an der unbedeu- 
tenden einheimischen Kunst, aber an zahllosen eingewander- 
ten niederländischen Malern (es sollen der Sage nach ihrer 
an 15000 gewesen sein l) eine gewiss nicht gcfahrlose Con- 
currenz vor, welche er theils durch die Protection des Kanz- 
lers Morus, theils und hauptsächlich durch eigene Grösse 
überwand.  Seine Portraits aus dieser Zeit enthalten sogar ' 
einige Anzeichen niederländischen Einflusses, wenn man die 
allmälige Abkühlung des frühern, mehr gelbbrännlichen, jetzt 
aber ins Graue gehenden Tones dahin rechnen will. Der 
Hauptunterschicd liegt indess in der etwas breitern, weniger 
cahinetmässigen Behandlung, in dem meist lebensgrossen 
Maassstzxb, in einer grössern Freiheit, welcher hin und wieder 
die liebevolle Detailvollendung aufgeolafert ist. Alle diese 
Eigenschaften finden sich, mit Ausnahme des letzterwähnten 
lllangels, schon in dem unvergleichlichen Familienbilde (um 
1529) in der öffentlichen Sammlung zu Basel. 
Zunächst erwähnen wir zwei aus lauter lebensgrossen 
Portraittiguren bestehende Ccremonienbilder. Das eine, in 
der Barbers -Hall zu London stellt Heinrich VIII. (noch 4. 
ziemlich jugendlich) dar, welcher sitzend den zu beiden Sei- 
ten knienden achtzehn Mitgliedern der Barbier- und Chirurgen- 
zunft einen Freibrief übergiebt. Er schaut stolz und gleich- 
gültig zum Bilde heraus; alle Köpfe sind von naivster Natur- 
treue. Das Ganze sammt allen N ebendingen ist mit. grossem 
Fleisse vollendet, hat aber sehr gelitten. Diess gilt auch 
von dem andern, viel spätern Bilde im Bridewvell-Ilospital 5, 
zu London, Welches Eduard VI. auf dem Thron vorstellt,  
dem knienden Lord-Major in Gegenwart der Shcriffs und
        

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