Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169213
252 
Weibliche 
Hal bfiguren  
Dresdner 
Madonna. 
547 
Der Typus dieser Köpfe findet sich nun Weniger sinn- 
lich schön, aber edler und gemüthvoller wieder in der Ma- 
donna," der Galerie von Dresden. Die Königin des Him- 5. 
mels steht in einer Nische, das Christkind auf dem Arme; 
zu ihren Seiten liniet. die Familie des Bürgermeisters Jacob 
Meyer von Basel. Hier ist, mit der lebendigsten Naturwahr- 
heit, die uns die knienden Gestalten in vollkommener Gegen- 
wart verführt, zugleich Ernst und Sammlung und die Rich- 
tung des Gemüthes auf ein Höheres in schönstem Maasse 
verbunden; es ist als ob die heil. Jungfrau die Stille und 
den heiligen Frieden, der in ihrem Antlitz und in ihrer Ge- 
stalt, sowie in der kindlichen Geberde des Heilandes aus- 
gesprochen ist, ihren Umgebungen thätig mittheilte. In die- 
ser unmittelbaren Verbindung des Göttlichen mit dem Mensch- 
lichen, in dieser gegenseitigen Üebereiustimniung liegt ein 
frommer keuscher Ernst, der manchem wirkungsreichern 
Glörienbilde fehlt.  Vielleicht. ist jedoch dieses Exemplar 
bloss die spätere, wenn auch eigenhändige Wiederholung 6, 
eines andern, welches sich (früher dem Prinzen Wilhelm von 
Preussen, Bruder Friedrich Wilhelms III. angehörend) gegen. 
wärtig in Darmstadt. im Besitz der Prinzessin Karl von Hes- 
sen und bei Rhein (Tochter des ebengenannten Prinzen) be- 
findet. Hier ist die Färbung, besonders in der Carnation, 
voller und entschiedener, die Behandlung mehr aus einem 
Gusse, der Ausdruck der Madonna mehr erhaben und würde- 
voll. Auch sind hier, wie in den eben erwähnten Bildnissen 
und mehrern Werken der näichstfolgenden Zeit, mannigfache 
goldene Verzierungen zmgebrachti). 
ä. 252. Im Jahre 1526, dem diese Composition noch an- 
gehören mag, ging Holbein, wahrscheinlich weil die begin- 
nende Reformation die Bestellungen sehr verminderte, nach 
ü) Näheres im Kunstbl. 1845, N0. 8. Das Berliner Exemplar 
möchte sonach um 1526. das Dresdner einige Jahre Später entstanden 
sein. Ueber die bekannte Conjectur Schlegels, dass das Kind auf dem 
Arm der Madonna das kranke (oder verstorbne) des Bürgermeisters sei, 
halten wir trotz der gewichtigen Gegner derselben die Akten noch 
nicht geschlossen. '  v. B]. 
35'"
        

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