Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164256
142. 
Ferrare sen ; 
Tura, 
Mazzolini 
Gosta, 
etc. 
51 
Wagen des ersten von Elephanten, den des zweiten von 
Büffeln gezogen), ebenfalls Arbeiten des Lorenzo Costa, 
denen sich jedoch bereits, wenn schon noch eine wärmere 
Belebung der Gestalten fehlt, gewisse gemigithliche Motive bei- 
misehen, die auf die spätere Entwickelungsperiode des Künst- 
lers hindeuten. Da diese indess vornehmlich durch Ein- 
wirkung eines andern Meisters, des lilrancesco Francia hervor- 
gebracht wurde, so kann dieselbe erst bei der Betrachtung 
des Wirkungskreises des letzteren anschaulich gemacht werden. 
 Schon vor dem letztgenannten Werke hatte Lorenzo für 9. 
mehrere Kapellen von S. Petronio Gemälde auf Leinwand 
und auf Holz gefertigt, welche meist in verdorbenem Zu- 
stande noch daselbst vorhanden sind. 
Die Schüler, welche Lorenzo zu Ferrara gebildet hat,10. 
folgen im Ganzen mehr dem phantastischen Zuge, den wir 
bei den älteren ferrarisehen Künstlern bemerkt. haben. Zu 
diesen gehören hier vornehmlich Ereole Grandi, ein Maler, 
von dem nicht viel Bedeutendes (u. a. zwei kleine Tafeln in 
der Galerie von Dresden, herb und scharf ausgeführt, aber 
von einer eigenthümlich leidenschaftlichen Anschauungsweise) 
erhalten ist, und Ludovico Mazzolini, der in den erstenll. 
Jahrzehnten des XVI. Jahrhunderts blühte. Ein Hang zum 
Seltsamen und Abenteuerliehen geht durch die Gemälde 
Ludovicds, in denen gewisse alterthümliche Motive der 
Stellung und Gewandung der Gestalten mehr aus Laune als 
aus innerem Bediirfniss beibehalten scheinen; die Köpfe sind 
voll scharfer Charakteristik, die sich im Einzehien bis zur 
Caricatur steigert; die Farben, besonders der Kleidungsstoffe, 
energisch und leuchtend. Die Galerie des Museums von 
Berlin besitzt das bedeutendste Gemälde dieses Meisters, bei 
dem das eben Gesagte seine Anwendung findet. Es ist mit 
dem Jahre 1524 bezeichnet und stellt Christus als Knaben 
im Tempel predigend dar. Der Knabe ist hier ganz an- 
muthig, die verwunderlichen Köpfe der Gelehrten und Phari- 
säer aber sind mit einem höchst ergötzliehen Humor gemalt. 
Ausserdem enthält. das Museum von Berlin noch _eine nam- 12. 
hafte Anzahl anderer Gemälde des Ludovico. Im Palaste13-
        

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