Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169179
Fresken 
im Rathhause 
Zll 
Basel. 
Ital. 
Einfluss. 
543 
ganzen Aufrisses (und einigen eigenhändige]; Skizzen im 
Basler Museum) erhalten ist. Ein Fries mit einem Bauern- 
tanz bildet mit Götterstatnen, mannigfachem architektonischen 
Ornament, einem Curtius zu Ross u. s. w. ein höchst eigen- 
thümliches Ensemble.   
Es war im Jahre 1521, als Holbein mehrere Räume des 
Rath hauses in Basel mit WVandgemälden verzierte, Wovon 14, 
leider nur kleine Fragmente in die öffentliche Sammlung 
gerettet worden sind; von dem Rest geben einzelne alte 
Skizzen und neue Aquarellcopien ebendaselbst einen Begriff. 
Dem Geiste des XVI. Jahrhunderts gemäss wurden hier 
nicht etwa die gerechten Richter mit einer Madonnenglorie  
dargestellt, sondern Geschichten laolitischer Grösse und Un- 
parteilichkeit aus dem klassischen Alterthum, u. a. die Blen- 
dung des greisen Zaleucus, der Selbstmord des (jharondas, 
und M. Curius Dentatus mit den sabinischen Gesandten. 
Von der Gruppe der letztern sind noch drei Köpfe bis zur 
Brust. erhalten. Die höchst geistvolle, energische und doch 
gehaltene Charakteristik dieses kleinen Ueberrestes lässt er- 
rathen, welche Grösse Holbein in der Historienmalerei er- 
reicht hatte und in welchem Grade sie sein Lebenselement 
hätte werden können, wenn viele würdige Aufgaben dieser 
Art ihm entgegengekommen wären. (Nach Untersuchungen 
des Herrn His. Heusler in Basel steht urkundlich fest, dass 
Holbein nach seiner ersten Rückkunft. von England vom 
Jahre 1529 bis 31 in Basel blieb, und hier hauptsächlich die 
1521 begonnenen, 1523 unterbrochenen Arbeiten am Rath- 
hauis vollendete).  Hier sind  wohl die mon0chr0matiscli1 5_ 
gemalten Orgeltlügel des Münsters zu Basel (jetzt in der 
öffentlichen Sammlung), einzureihen, welche in kolossaleri 
Grösse die Kirchenheiligen und die Madonna, nebst nackten 
Kinderengeln und einer Ansicht des. Münsters in flüchtiger, 
derb naturalistischer Darstellung, aber meisterlich breit be- 
handelt enthalten. 
ä. 251. Seit dieser Zeit werden in Holbein's Werken 
hin und wieder Einflüsse" italienischer Behandlungsweise 
sichtbar. Wo früher Einzelnes dergleichen vorkömmt, da
        

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