Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169166
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Buch IV. Norden. XVI. 
Jahrhundert. 
Holbeiu d. 
5-2504 
sich in schönster Lichtwirkung umher. Die Anbetung der 
Könige, ebenfalls unter einer reichen Architektur und von 
phantastischer Beleuchtung enthält besonders eine Gestalt von 
 höchstem Werthe; es ist der Begleiter des Mohrenkönigs, 
welcher wich geblendet. die Hand über den Augen, nach" 
dem Sterne hinaufschaut. In diesen Bildern herrscht das 
gesundeste Naturgefühl vom Derben bis zum Schönen; die 
Formen sind mit. grösster Bestimmtheit und Zartheit durch- 
gebildet und namentlich die Hände von gediegenster Aus- 
führung; aber auch in den höchsten Beziehungen der Con- 
ception hat Holbein diese Leistung nicht mehr um Vieles 
übertroffen, und wenn nicht die noch etwas ängstlich behan- 
delte Donatorenfamilie auf ein verhältnissmässig frühes Sta- 
dium hinwiese, so dürften wir das Werk nur in die reifste 
Zeit des Künstlers versetzen"). Man mag dasselbe als den 
Gipfelpunkt der augsburgischen, innner etwas genrehaften 
mRichtung bezeichnen.  Die öffentliche Sammlung zu Basel 
besitzt (ausser einem etwas frühem Portrait von Holbeins 
Freund Schweigerl aus dieser Zeit, vom Jahre 1519, das 
Bildniss des Bonifacius Am erbach, von wunderbar leben- 
diger Auffassung; neben dem Holzschuhefschen Bildniss 
Dürer's vielleicht das vorzüglichste, welches von der rein 
deutschen Richtung vorhanden ist. Mit derselben Jahrzahl 
1519 bezeichnet ist auch eine "Verlobung der heil. Katharina", 
 das sich im Besitz der königl. Familie zu Lissabon befindet. 
Vor einem „Brunnen des Lebens" unter prachtvoller Renais- 
sance-Architektur geht die mystische Handlung vor sich, der 
ausser S. Joseph und Anna zahlreiche weibliche Heilige und 
musicirende Engel beiwohnen. 
Etwas später fällt vermuthlich die Bemalung des Flauses 
"zum Tanz" in Basel, das noch bis zur Mitte des vorigen 
Jahrhunderts sichtbar, gegenwärtig nur in einer Copie des 
i") Ausscr dem angegebenen Grunde lässt mich auch die grosse 
Verschiedenheit von der Passion u. a. späteren Werken und eine 
gewisse Aehnlichkeit mit der Behandlung des Lichtes und der Formen- 
autiäissung in den letzten Gemälden des alten flolbein auf diese frühe 
Zeit (1519 bis 20?) schliessen.  B.
        

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