Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169084
534 
Buch IV. Norden. 
XVI. Jahrhundert. Oberdeutschland. 
248. 
köpfchen auflöst. Die Innenseiten der Flügel stellen die 
Apostel als Zuschauer der himmlischen Handlung, in zwei 
Gruppen zusammengedrängt, dar; vorzügliche Charaktere, 
aber in der Darstellung des I{örperlichen doch nicht ganz 
sicher und entschieden. Bei geschlossenen Flügeln sieht man 
auf der Aussenseite derselben und auf zwei feststehenden 
Seitenbildern die Verkündigung, Heimsuchung, Geburt und 
Flucht nach Aegypten. Die Verkündigung, wie es scheint 
von anderer Hand, ist weniger durch die Ausführung, als 
durch eine besondere Intention bedeutend; der Engel ist 
nämlich wie von einer dunkeln Ahnung ergriffen mit sträu- 
bendem Haare dargestellt; er deutet auf ein in himmlischem 
Lichtglanz niederschwebendes Kind, welches schon das 
Kreuz im Arme trägt; Maria schaut voll ruhiger Ergebung 
auf ihn hin. Tn der Heimsuchung ist der überaus süsse und 
liebliche Ausdruck der heil. Jungfrau und das stille, milde 
Antlitz der Elisabeth von grösstem Reize. Bei der Geburt 
Christi geht das Licht, vielleicht zum erstenmal in der nor- 
dischen Kunst, allein vom Kinde aus, welches wie ein über- 
aus heller Mondglanz die ganze Gruppe beleuchtetf); ausser 
diesem meisterhaften Lichteffekt ist wiederum der Ausdruck 
der Maria und die fünf Engel, welche die Windeln in die 
Höhe heben, von grosser Zartheit. Das liebenswürdigste 
Bild ist indess die Flucht nach Aegypten; die heil. Familie 
zieht an einer Dattelpalme vorüber, auf welcher vier überaus 
liebliche Engelknaben herumklettern; ein fünfter schwingt 
sich vggn iiussersten Zweige auf das Maulthier herab und 
reicht dem Christuskinde, welches sich an die Mutterischmiegt, 
mehrere Früchte.  Die Rückseite des Altars enthält in der 
Mitte eine vorzüglich ausgeführte, grosse Kreuzigung nach 
Dürefscher Composition, und auf den Flügeln je zwei gran- 
diose Heilige. Ein Staffelbild unter der Kreuzigung stellt 
die Donatoren (treffliche Portraitköpfe) mit der heil. Jung- 
frau dar.  
 Nach 
vgm Kinde 
beleu ehtet. 
WVaagen a. a. 
aus, sondern 
Ü. S. 280 Wäre 
überdies durch 
die Gruppe nicht bloss 
wirklichen Mondschein
        

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