Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1169037
247. 
Oranach 
der jüngere. 
529 
von derselben Hand wie das, ebengenannte Gemälde, befinden 
sich im westlichen Chore des Domes von Naumburg. Zwei 
derselben, Flügelbilder, auf deren äusseren Seiten die Ver- 
kündigung, auf den inneren die Gestalten Christi mit der 
Dornenkrone und der Maria gemalt sind, gehören einem 
Altarschreine an, der früher mit Schnitzwerk gefüllt war; 
die übrigen bildeten zusammen" ein andres Altarwerk: als 
Mittelbild die Bekehrung des Saulus" mit kecken Ritter- 
iiguren, auf einem drüber zu stellenden Bilde zwei treffliche 
Engel mit dem Schweisstuch, auf dem Untersatzstücke die 
Brustbilder der vier Kirchenlehrer, auf den Flügeln die Ge- 
stalten einzelner Heiligen. Leider sind diese Tafeln sämmt- 
lich mehrfach beschädigt, doch noch von späteren Restaura- 
tionen unberührt.  In der Moritzkapelle zu Nürnberg 5, 
werden mehrere Bilder mit dem Namen des jüngeren Cra- 
nach bezeichnet, die wiederum entschieden dieselbe Hand 
zeigen. In einigen von diesen tritt auch jene phantastische 
Richtung der älteren Künstler hervor, namentlich in einer 
Darstellung des Sündenfalles, WO Tod und Teufel in selt- 
samer Wildheit hinter Adamherjagen; ähnlich auch in einem 
zweiten Bilde desselben Inhalts, welches jedoch durch zahl- 
reiche Allegorieen einen mehr nüchternen Charakter ge- 
wonnen hat.  In der Bibliothek zu Weimar werden meh- 5_ 
rere vorzügliche Portraitbilder des jüngeren Cranach vom 
Jahre 1561 aufbewahrt.  Manche seiner Bilder gelten als 
Arbeiten seines Vaters; selbst das Bild der Ehebrecherin 7. 
(S. 522) in der Moritzkapelle schreiben manche ihm zu. In S." 
der Galerie von Pommersfelden befindet sich von seiner 
Hand ein besonders reiches und gut. ausgeführtes Exemplar 9, 
des Christus mit dem Kindlein. Grabtafeln in der Frauen-lt). 
kirche zu Zwickau (1544) und in der S. Annenkirche zu 
Annaberg (1571 , die letztere wiederum die Ehebrecherin als 
Anspielung auf die Sündenvergebung enthaltend). Zu seinen 
besten Bildern werden von Waagen eine Predigt Johannis11_ 
allerdings noch die Möglichkeit offen, an Matthias (Grünewald) von 
AschaEenbuxg zu denken. Vergl. Otto, die Sehloss- und Domkirche 
zu Merseburg, S. 12. 
Kugler Malerei II. 34
        

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