Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168999
246. 
Cranach 
äJ 
Portrai ts, 
Thierstiicke 
etc. 
525 
den Geniälde-Galerieen begegnet; doch hat. er hier, beson- 
ders wenn es grosse Figuren, und diese in ruhiger Stellung 
begriffen sind, nicht selten seine eigenthümliche Richtung 
verlassen und sich in ein'Feld gewagt, zu dessen Vollendung 
venetianische Technik und venetianische Gluth nothwendig 
waren. Eins der anspreehendsten Bilder dieser Art, befindet 
sich in der Galerie des k. Schlosses zu Berlin. Es ist eine 
nackte Venus, die an einem Springbrunnen liegt, eine sehr 
anmuthige Gestalt in zierlichsten Formen und von feiner, 
sauberer Ausführung, den Hintergrund des Gemäldes bildet 
eine reiche Landschaft.  Unten den bessern Bildern dieser 
Gattung ist auch eine Venus mit Amor in der Sammlung des 
Landauer Brüderhauses zu Nürnberg zu nennen. Andere 
Venusbilder, Darstellungen von Adam und Eva, u. s. w., 
deren viele Exemplare vorhanden sind, gehen oft tief in 
Manier und Gemeinheit hinein.  Ausgezeichnet ist dage- 
gen eine Lucretia in der öffentlichen Sammlung zu Basel; 
mit dem treffenden Ausdruck der gekränkten Ehre in dem 
edel sinnlichen Antlitz scheint sie den Dolch zu prüfen. Eine 
andere Lucretia befindet sich in der Galerie zu Pommers- 
felden,  Hie und da gestalten sich solche Motive zu einer 
Art von Genrebild in lebensgrossen Halbfiguren, ähnlich wie 
bei Jan Massys; dahin gehören Hercules mit Omphale (ein 
Exemplar im Berliner Museum), Simson mit Delila, ein Alter 
von einem Mädchen geliebkostfz. B. in der ständischen 
Galerie zu Prag, von 1531) u. dgl. m. Vielleicht. trägt die Ge- 
sinnung der Besteller mit die Schuld, dass (lergleichen oft 
nicht bloss derb, sondern absichtlich und gemein ausgefal- 
len ist. 
Endlich möge unter "den Bildern dieser Richtung noch 
eine höchst eigenthümliche Composition Cranachs in der 
Galerie des Berliner Museums, den Brunnen der Jugend dar- 
stellend, angeführt werden. Es ist ein weites Bassin, von 
Stufen umgehen und mit einem reich geschmückten Spring- 
brunnen in der Mitte. Auf der einen Seite, wo das Land 
steinig und unfruchtbar ist, nvird eine Menge alter WVci- 
ber auf VWTagen, Pferden, Karren u. s. w. herangesehlelapt
        

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