Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168808
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Buch IV. Norden. 
XVI. Jahrhundert. 
Dürer. 
241. 
242, 
kleinen Kupferstiche sind nicht sonderlich bedeutend  doch 
hat er in denjenigen, welche die Geschichten des verlornen 
Sohnes behandeln, einfache artige Blättchen geliefert. 
Hier ist auch noch ein anderer nürnbergischer Miniator 
zu erwähnen, Nicolaus Glockendon 111560), welcher 
theils nach Compositionen Dürer's und Anderer, theils nach 
eigner Erfindung arbeitete Ausser einigen Blättern in dem 
Gebetbuche Behanfs rühren von ihm die zahlreichen Miniatu- 
38-ren eines grossen Missale (1524), und eines zweiten Gebet- 
39-buches (1531) ebenfalls auf der Bibliothek von Aschaffenburg, 
her. In der Zeichnung seiner Figuren zumeist. nicht sonder- 
lich bedeutend, ist er doch durch eine naive Gemüthlichkeit, 
durch frische, kräftige Farbe, vornehmlich aber durch die 
Ausführung der landschaftlichen Gründe ausgezeichnet: „der 
zarte Duft über den Fernen, die leichte Behandlung des 
Wassers, die Goldlichter der Bäume können mit Recht gelobt 
werden." Auch in den Randeinfassungen seiner Miniaturen 
findet sich mannichfach Treffliches. 
ä. 242. Unstreitig der bedeutendste und eigenthümlichste 
unter Dürefs sämnltlichen Schülern und Nachfolgern ist 
Albrecht Altdorfer (geb. zu Altdorf bei Landshut in 
Bayern 1488, gest. zu Regensburg 1538;. Er hat das phan- 
tastische Element der Zeit mit der reichsten und liebenswür- 
digsten Poesie erfasst und zu einer Blüthe der Romantik 
entfaltet, wie es wiederum in ähnlicher Weise bei keinem 
andren Künstler gefunden wird. Er weiss seinen Darstellun- 
gen insgemein einen so eigenthümlich märchenhaften Reiz zu 
geben, er breitet vor dem Auge des Beschauers eine solche 
Fülle wundersamer Naturanschauungen aus, dass man sich 
gern diesem magischen Kreise hingiebt und auf dem Wege 
zur höchsten Vollendung gern unter diesen holden Träumen  
1- ausruht. Altdorfers Hauptwerk befindet sich in der Münch- 
1') Wir sind (mit Waagen) etwas abweichender Ansicht über die- 
selben. v. B1. 
m?) Vgl. J.Merkel: die Miniaturen etc; der Hofbibl. in Aschaffen- 
burg, mit 14 B1. mit Umrissen, 1836.
        

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