Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168777
Schüler  
Aldegrevcr, 
Seheuffelin. 
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Schaaren der (nackten) Auferstandenen sind zwar sehr trocken 
gemalt, doch hat ihre feierlich gemessene Bewegung eben- 
falls etwas Grossartiges. Auch die Heiligen im Vorgrunde 
sind würdige Gestalten. Andre Bilder dieses Künstlers, wie 
deren zum Beispiel in der k. k. Galerie zu Wien vorhanden 12. 
sind, (desgl. ein in seinem Grabe sitzender Christus in der stän- 
dischen Galerie zu Prag,  haben häuiig etwas unangenehm 
Manierirtes; oder sie sind,'wie z. B. ein Paar kleine Scenen13- 
aus der Geschichte des barmherzigen Samariters in der 
Münchner Pinakothek, wie illuminirte Kupferstichelbehandelt, 
sauber in der Ausführung, aber unbedeutend in Bezug auf 
innerliches Gefühl. Einen ähnlichen Charakter haben seine 
kleinen Kupferstiche. In der Pinakothek werden ihm ausser- 
dem ein Paar tretYliche Portraits zugeschrieben, welche leicht 
und warm gemalt sind. Ein ähnlich tüchtiges Jünglingspor- 14- 
trait von ihm sah ich auch in der Lichtensteidschen Galerie 
zu Wien.  Eine thronende Madonna zwischen S. Matthias,15- 
S. Severin und dem (1530 gestorbenen) Donator, in S. Severin 
zu Köln, an einem Pfeiler des nördlichen Querschiffes, steht 
Aldegrever sehr nahe; ebenso vier Tafeln mit. einzelnen Hei-15- 
ligen in der Sammlung des Hrn. Essingh in Köln, Worin 
einzelne Köpfe den besten Dürefschen nichts nachgeben. Da- 
gegen möchten eine Lucretia und eine Geschichte des Jonas, 17. 
welche im Landauer Brüderhause zu Nürnberg den Namen 
Aldegrevefs tragen, niederländische Arbeiten sein. 
Bilder von Hans Scheuffelin (wahrscheinlich in 
Nürnberg geboren, aber als Meister in Nördlingen ansässig 
und daselbst 1540 verstorben) sind mannigfach und in be- 
deutender Anzahl verbreitet. Dies ist ein tüchtiger, gewand- 
ter Handwerker , der sich ganz leidlich in die Manier des 
Meisters hineingearbeitet hat und ziemlich das leistet, was in 
solcher Beziehung verlangt werden kann. Wo es sich um 
tiefere Auffassung handelt, da reicht er freilich nicht aus. 
Seine trockene Färbung ist bekanntß). Unter seinen in Nürn- 
m) Dagegen findet Waagen (Hdb) seine Färbung satter und wärmer, 
seinen Vortrag pastoser undmalerischer, als Dürefs selbst, und schreibt 
ihm in seinen bessern Werken wahres und tiefes Gefühl, lebhaften
        

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