Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168757
Schüler 
und 
Nachfolger : 
Kulmbach. 
501 
ä. 241. Dürefs Einwirkung auf die deutsche Kunst 
war unermesslich. Man kann wohl behaupten, dass nur 
wenige seiner nordischen Zeitgenossen von seiner Compo- 
sitionsweise, wie sie durch Holzschnitte und Kupferstiche 
verbreitet worden, völlig unberührt geblieben seien. Die 
Mehrzahl der nunmehr anzuführenden Künstler haben viel- 
leicht nie oder nur kurze Zeit in seiner Werkstatt gearbeitet 
und sich seinen Styl mehr aus seinen Werken als aus seinem 
Unterricht angeeignet. 
Diese Schüler und Nachfolger fassten nun irn All- 
gemeinen, wie diese Erscheinung sich lnannichfach auch in 
andren Schulen wiederholt, mehr die äusseren Manieren 
seiner Darstellungsweise, vornehmlich die eigenthümliehen 
Motive seiner Zeichnung, auf, ohne von dem tiefen Geiste 
des Meisters sonderlich häufig ergriffen zu werden.- Doch 
hat eben jene phantastische Richtung auch unter ihnen ein- 
zelne wundersame Blüthen getrieben. Die meisten dieser 
Künstler sind, wie Dürer selbst, gleichzeitig als Maler und 
Kupferstecher bekannt, sowie auch viele ihrer Zeichnungen 
im Holzschnitt vorhanden sind. 
Einer der anziehendsten Schüler ist Hans von Kulm- 
bach (eigentlich Hans Wagner), der aus der Schule des 
Jacob Walch zu Dürer gekommen war. Auch in ihm lebt 
ein eigenthümlich phantastisches Element, das sich besonders 
im Ausdruck der Köpfe zeigt, aber zumeist edel und gross- 
artig und mit einem eigenen Sinn für Schönheit und Anmuth 
verbunden erscheint. Sonst hat er freilich in der Technik 
viel Handwerksmässiges; Stoffbezeichnung z. B. fehlt ins- 
gemein. Unter seinen zahlreichen, zu Nürnberg vorhandenen 
Gemälden sind vornehmlich zwei Tafeln in der Moritzkapelle 
zu bemerken, zwei Seitenstiicke mit heiligen Figuren, V011 
denen besonders das eine eigenthümlich grandios ist. In der 
Sebalduskirche zu Nürnberg befindet sich ein merkwürdiges 
grosses Gemälde, welches H. voniKulmbach im Jahre 1513 
nach einer Zeichnung Dürefs ausgeführt hat. Es besteht aus
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.