Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164202
46 
Buch III. 
Italien. 
XV. Jahrhundert. 
Padua. 
141. 
heiten aus dem Leben des Lodovico Gonzaga enthalten,  
lauter Porträtiiguren mit dem. Ausdrucke trefflichst indivi- 
dueller Naturwahrheit, aber ziemlich steifleinen aufgefasst. 
Sehr naiv und voller Leben ist eine Gruppe von Genien über 
einer Thüre dieses Saales, welche eine Inschrifttafel halten. 
Eine andre Gruppe von Genien an der Decke desselben Ge- 
3. maches ist von seinen Söhnen ausgeführt.  Bedeutender, 
Wie es scheint, als diese Fresken, sind die irrig so genannten 
Cartons, welche Mantegna, ebenfalls für Lodovico, für den 
Saal eines beim Kloster S. Sebastiano in Mantua gelegenen 
Palastes ausgeführt hatf). Sie sind mit Leimfarben auf Lein- 
wand gemalt, neun Stück, jedes von neun Fuss im Quadrat, 
und befinden sich gegenwärtig im Schlosse Hamptoncourt in 
England. Ihr Inhalt ist der Triumphzug Cäsars, eine gross- 
artige, lebendige, ungemein geistreiche Composition, in der 
sich eine tiefe Versenkung in den Sinn des Alterthums mit 
naiver Auffassung des Lebens der Gegenwart auf glückliche 
Weise verbindet. Leider haben diese Werke vielfach ge- 
litten und sind beträchtlich übermalt. Mantegna, der zugleich 
einer der ersten Kupferstecher Italiens war, hat mehrere 
Stücke dieses grossen Werkes eigenhändig gestochen. 
4, Wenn in diesen Malereien der aus der antiken Ge- 
schichte entnommene Gegenstand eine grössere Annäherung 
an das Aeussere der antiken Formen mit sich brachte, so 
zeigen dafür die Fresken in der Eremitanerkirche zu Padua 
den Künstler in seiner reinsten Eigenthümlichkeit und zu- 
gleich in einer Vollendung, welche es schwer macht, darin 
ein Jugendwerk zu erkennen. Mit andern Schülern des 
Squarcione, mit Bono Ferrarese und Ansuino, zu wel- 
chen noch Niccolo Pizzolo hinzukam, malte hier Man- 
tegna die Kapelle de' SS. Jacopo e Cristoforo aus, und zwar 
rührt von ihm selbst die ganze linke Seite mit dem Leben 
 Goethes Werke, Bd. XXXIX, S. 141- 
Caesaris clictatoris triumplzi ab Andrea Mantinea 
aeneis typis Dominici de Rubeis, Romae 1692.  
Kunstw. u. Künstl. in Engli, I, S. 382 u. f. 
-176.  C. Julii 
coloribus express?! 
 Vgl. Waagen,
        

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