Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168686
494 
Buch IV. 
Norden. 
XVI. 
Jahrhundert. 
Dürer. 
mehr im Stande 
erreichena"). 
Sei a 
das 
hohe 
Vorbild 
der 
Natur 
Z ll 
Die 
Galerie 
des 
Belvedere 
ZU 
Wien 
besitzt 
ein 
merk- 
würdiges Gemälde Dürer's vom Jahre 1520, das auffallend 
von. seinen übrigen Arbeiten abweicht; es hat in der Tech- 
nik und Auffassung eine unverkennbare Aehnlichkeit mit 
den Werken der gleichzeitigen Niederländer (namentlich des 
Schoreel). und ist wahrscheinlich auf der Reise, unter dem 
Einfluss der neuen Umgebungen, entstanden. Es ist eine 
Maria, halbe Figur, im Pelzmantel, das nackte Kind, das 
eine Bernsteinschnur umgenommen hat, auf ihrem Sehoosse. 
Auf dem grünen Tische vor ihr liegt eine angeschnittene 
Citrone. In dem Kopfe der Maria. ist etwas eigenthümlich 
Weiches und Mildes, das Kind jedoch nicht sonderlich schön. 
Mit der Jahrzahl 1521 (und dem Monogramm) ist das Brust- 
bild eines blonden bartlosen Mannes von etwa 50 Jahren, 
mit breitkrämpigem Hute und schwarzem, pelzbesetzten Kleid, 
eine Papierrolle in der Hand, von hinreissender Lebendig- 
keit und im Colorit dem Selbstportrait (in der Münchner 
Pinakothek) vom J. 1509 verwandt, im Museum zu Madrid 
bezeichnet.  
4) Memini virum excellentemringenio et virtute Albertum Du,- 
rerum pictorem dicere, se juvenem ßoridas et maxime varias picturas 
amasse segne admiratorem suorum operum valde laetatum, esse, cou- 
tenzplantem lzanc varietatem in sua aliqua pictura. Posten se senem 
coepisse intueri Naturam, et illius natßvam faciem intueri conatum 
esse, eamque simplicitatem tunc intellexisse summum artis deeus esse. 
Quam cum mm prorsus adsequi posset, dicebat se jam non esse ad- 
miratorem opcrum suorum ut olim, sed saepe gemere intuentem suas 
tabulas, et cogitantem de injirmitatß sua Etc. (Epistolae Ph. 
Melanchthohis etc. Ep. 47110. 42. E. apad Epist. D. Erasmi 
Roter. et Ph. Melanchtk. etc. Londinz'_16'42 fol.)  Füssli (Allg. 
Künstlerlexicon, II., S. 307), der mich auf diese Stelle aufmerksam 
gemacht hat, spricht nicht von der Natur, als zu der sich Dürer in 
späterer Zeit gewandt, sondern von der "Statue"; dies dürfte auf 
einer andern Lesart beruhen, indem die Worte Naturam und Statuam 
leicht mit einander zu verwechseln sind. Unter Smguam würde dann 
die Antike zu verstehen sein und die ganze Stelle somit noch präg- 
nanter werden. (Die native. facies scheint denn doch der "Statue" zu 
widersprechen.   v. B1.)
        

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