Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168666
492 
Buch IV. 
Norden. 
XVI. 
Jahrhundert. 
Dürer. 
es sonst Wohl bei Randzeichnungen der Art vorkommt), so 
macht das Ganze überall einen so erfreulichen Eindruck auf 
das Auge des Beschauers, dass die Kritik gern verstlimmt. 
.18. Hier erwähnen wir am besten eine herrliche, in Aqua- 
rellfarben ausgeführte Federzeichnung im Besitze des Hrn. 
P. Fischer in Basel, welche aus der reifsten Epoche Dürer's 
herrühren mag. Unter einem Renaissancegebäilde, mit reicher 
Aussicht, ist Maria mit dem Kinde, von vielen Engeln um- 
geben, dargestellt. 
19_ Die Jahrzahl 1516 führen zwei Dürer-"sche Bilder in 
der Galerie der Uffizien zu Florenz, welche die Köpfe der 
Apostel Philippus und Jacobus darstellen. Sie wurden von 
dem Kaiser Ferdinand III. (in der Mitte des XVII. Jahr-_ 
hunderts) an den Herzog von, Toscana geschenkt. Beide 
 sind mit Leimfarben gemalt, kräftig rnodellirt und von be- 
gddeutendem, energischem Charakter.  Aus demselben Jahre 
ist. das Portrait von Dürerls Lehrmeister Wohlgemuth" in der 
Münchner Pinakothek, ein seltsam scharfes, knochiges, 
strenges Gesicht 
2]_ Vom Jahre 1517 ist die phantastische, aus vier Holz- 
schnitten bestehende Composition der Säule, auf der ein 
21 Satyr sitzt.  Für das Jahr 1518 möge zunächst der höchst 
reizvolle Holzschnitt angeführt. werden, welcher die Maria 
als Himmelskönigin, von grossen und kleinen Engeln um- 
geben, darstellt. 
23_ Das lebensgrosse Gemälde einer nackten Lucretia vom 
Jahre 1518, (nach WVaagen v. 1507) in der Münchner Pina- 
 kothek, ist ohne Geist und nichts als eine nüchterne Akt- 
24_iigur.  In dasselbe Jahr fällt jenes merkwürdige Gemälde 
der gräilich Friesschen Galerie zu Wien, welches den Tod 
der Maria darstellt und in dem Kopf der Maria das Portrait 
der Maria von Burgund, ersten Gemahlin des Kaisers Maxi- 
milian, in den umgebenden Figuren die Portraits des Kaisers, 
des Sohnes und einer bedeutenden Anzahl berühmter Zeit- 
genossen enthält. Das Gemälde wird in Bezug auf Kraft 
der Farbe und Schönheit der Zeichnung sehr gerühmtä"). 
' Ihr) Vgl. Heller a. a. 0. s. 261.
        

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