Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168659
239. 
Dürefs 
Werke 
VOII 
1515. 
491 
Einzelnen ungemein geschmackvoll und mit lebendigem Ge- 
fühl gezeichnet. Die grossen Reihen der Bildnisse, welche 
die Vorgänger und Vorfahren des Kaisers, von Julius Cäsar 
und dem Merovinger Chlodwig an, und seine gesammte . 
Verwandtschaft darstellen, sind durch die ausserordentliche 
Mannichfaltigkeit charakteristischer Köpfe merkwürdig, wel- 
che der Künstler, der natürlich nicht nach vorhandenen 
Bildnissen arbeiten konnte, hiefür erfunden hat. Die histo- 
rischen Darstellungen enthalten die Glanzmomente aus dem 
Leben des Kaisers; in ihnen tritt jedoch mehr der kaiser- 
liche Historiograph, welcher dieselben angeordnet hat, als 
der Künstler, dem die Ausführung übertragen wurde, hervor; 
eigentlich künstlerische Momente sind unter diesen Dar- 
stellungen ziemlich selten, doch kommen auch deren im 
Einzelnen, vornehmlich wo die Handlung aus wenigen Fi- 
guren besteht, recht anziehende vor. Immerhin ist das 
Ganze ein Werk, Welches die ungemeine Beweglichkeit,_ 
deren der Geist unsres Meisters fähig war, in glänzender 
Weise darlegt. 
lm Jahre 1515 fertigte Dürer ausserdem die berühmten 17_ 
Randzeichnungen des Gebetbuches für Kaiser Maximilian, 
welches sich gegenwärtig in der Hof-Bibliothek von Mün- 
chen befindet"). In diesen, höchst geistreich ausgeführten 
Federzeichnungen waltet die Phantasie des Künstlers in 
vollkommener Freiheit, bald ernst und voll hoher Würde, 
bald anmuthig spielend, bald in humoristischen Scherzen 
mannichfacher Art. Hier kommt es im Ganzen nicht so- 
wohl auf einen gegebenen Gegenstand von besonderer Tiefe  
des Inhalts an, als vielmehr nurauf geschmackvolle Aus- 
füllung eines gegebenen Raumes; und wenn der Künstler 
auch nicht immer die Bedeutsamkeit des Textes, den er mit 
Seinen Arabesken verzierte, im Auge behalten mag, so ist 
das Spiel seiner Phantasie doch nirgend ins Bizarre und 
Uebertfiebelle, der Scherz nie in Gemeinheit verfallen (wie 
4') Lith. von S tri xn e r , 
logische Handzeichnungen." 
1808: 
christlich-mytho- 
Diirer's 
"Albrecht
        

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