Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168575
kleine Passion. 
ä. 238. Grosse und 
Das Leben der Llaria, u. 
483 
Der Leichnam Christi, der nach der Abnahme vom Kreuz 
von den Seinigen betrauert wird, ist eine Composition, die 
unbedingt den durchdachtesten Compositionen der grossexx 
italienischen Meister an die Seite zu stellen ist. Sie ordnet 
sich in grösster Einfachheit zur vollendetsten Gruppe, und  
wie mittelmässig auch der Holzschneider, der diese Platte 
gefertigt, erscheint, so ist doch der verschiedenartigste Aus- 
druck der einzelnen Gestalten, eine höchst eigenthümliche 
Anmuth in Linien und Bewegungen nicht zu verkennen. 
Vor solchen Werken begreift man es sehr deutlich, wesshalb 
die späteren Italiener einen so hohen Werth auf Dürer's 
Compositionen legten und wie erspriesslich sie eine Ueber- 
setzung derselben ins Italienische finden mussten. 
Kleine Passion. ' Zu den schönsten Compositionen dieser 10- 
Reihe gehören: der Abschied Christi von der Mutter, aus- 
gezeichnet durch schöne feierliche Gewandung.  Die Fuss- 
Waschung: treffliche einfache Anordnung der zahlreichen 
Figuren im kleinen Raume; die Hauptgruppe im Vorder- 
grunde sehr schön und voll Gefühl.  Christi Gebet am 
Oelberge: ungemein einfach, aber voll der allerhöchsten 
Würde, Schönheit und voll des tiefsten, innigsten Gefühles. 
 Christus, wie er nach seiner Auferstehung der Mutter in 
ihrem Gemache, und wie er der Magdalena als Gärtner er- 
scheint, sind beides, besonders das letztere, Compositionen 
von eigenthümlicher Anmuth und schlichter Schönheit. 
Das Leben der Maria. Bewegten sich die ebengenaxinten 11. 
Werke in einer grossartigeren, tragischen Würde, so tritt 
bei diesem mehr das Element der Anmuth und Gemüthlich- 
keit hervor. Hier werden wir in die zarteren häuslichen und 
gesellschaftlichen Verhältnisse des Lebens eingeführt, imd in 
ihnen zeigt sich der Meister in einer Liebenswürdigkeit, die 
in der That wenig ihres Gleichen hat. Es scheint fast überflüssig 
ins Einzelne dieses Werkes einzugehen, da die Blätter so 
allgemein bekannt sind, doch möge auch hier an einige 
C0IT1P0Siti0nen' von vorzüglicher Schönheit flüchtig erinnert 
Vvßfden-  ADiß goldne Pforte: Joachim und Anna, die sich 
nach der traurigen Trennung, mit der Aussicht auf eine 
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