Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168516
238. 
Bär-er's Arbeiten 
in Ven edign- 
Bilder 
VOII 
1506. 
477 
selbe sehr beschädigt und stark übermalt; doch bleibt immer 
die glückliche und selbst grossartige Anordnung, welche zum 
Theil auf venetianischen Motiven zu beruhen scheint. Wie 
die Madonna vor einem Teppich thront, wie die zwei Engel 
über ihr die Krone halten, wie der lautenspielende Engel zu 
ihren Füssen angebracht ist,  diess und Andres erinnert 
deutlich an die WVeise des Giovanni Bellini. 
Als eine andre Probe seiner Kunstfertigkeit malte er in 
demselben Jahre, ohne Zweifel ebenfalls zu Venedig, ein Ge- 
mälde, Welches Christus mit den Schriftgelehrten in halben 
Figuren darstellt und sich gegenwärtig im Pallast Barberini 
zu Rom befindet. Es ist., der eigenhändigen Beischrift zu- 
folge, in fünf Tagen vollendet. Wenn dasselbe als Beispiel 
von Schnellmalerei Werth hat, so ist diese jedoch in Bezug 
auf das höhere Element der Kunst nicht der Fall. Christus 
ist ein derber, beschränkter Knabe ohne Begeisterung; auch 
die Andern sind sehr gewöhnliche Köpfe, zum Theil phan- 
"Weges die Marter dieses Apostels, sondern eine Maria von Engeln ge- 
„krönt darstelle, wie bereits mehrere italienische „Kunstsehriftsteller 
"angeben, Van Mander I, S: 59 (Ausg. v. J. 1764) spricht ebenfalls 
„v0n einer Madonna: In den Jare 1506 eene Maria door twee Enge- 
„len met een rozenlcrans gckrond ruordende. Hirt, a. a. O. glaubt das 
"fragliche Gemälde in der Wiener Galerie wiedergefunden zu haben, 
"Diese Annahme scheint jedoch auf einer Verwechselung zu beruhen; 
„ieh vermuthe vielmehr, dass sich das Gemälde noch in Prag, und 
„zwar in dem Prämonstratenser-Stift Strahow befinde. Obgleich ich 
"das Gemälde selbst nicht gesehn, so habe ich doch vor Kurzem, durch 
"einen Freund, welcher nach meiner Angabe an Ort und Stelle Nach- 
"forschungen anstellte, folgende Nachricht erhalten: Die Tafel ist 
"etwa 6 bis 7 Fuss breit und 4 Fuss hoch. In der Mitte sitzt Maria 
„mit dem Kinde, von zwei Engeln gekrönt. Vor derselben Kaiser Max, 
"ein Papst und viele geistliche und weltliche Fürsten kniend, welche 
„von Maria, dem Kinde und einer Anzahl Engeln mit Rosenkränzen 
"gekrönt werden. Rechts im Hintergrunde Dürer und Pirckhßimer 
nßtßhend. Der erstere hält ein Täfelchen mit der Inschrift: Emegit 
wquinqußmestri spatio Albertus Dürer Germanus JVID VI. (Mono- 
sgramm.) Unten zu den Füssen der Maria ein Engel, Welcher die 
3113133 Spielt-  Im J. 1835 ist in Prag ein kleiner Stahlstich nach 
"diesem Gemälde erschienen, gez. von Frise, gest. von Battmann." 
(Anm. zur II. Aufl. Vergl. Waagen im D. Ksthl. 1854, S. 200 f.)
        

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