Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1164188
44 
Buch III. 
Italien. 
XV. Jahrhundert. 
Padua. 
140. 
Gewandung, aber in der Modellirung mit grösster Sicherheit 
3. durchgeführt. Aehnlich ein Bild in der Sammlung des R-aths- 
palastes zu Verona, den Kaiser Augustus und die tiburtinische 
Sibylle darstellend, welches Wenigstens ein ungemein sorg- 
liches Studium zeigt. 
4- Da jedoch das künstlerische Verdienst des Squarcione 
aus den wenigen sichern Bildern, die von ihm erhalten sind, 
 und indem namentlich sein Einfluss. auf Mantegna durch- 
aus nicht genügend gewürdigt werden kann, sind die Werke 
eines Mitstrebcnden (wohl mehr Gehülfen als Schülers) um 
so Wichtiger. Diess ist Giacomo Bellini von Venedig. 
Von sichern Gemälden dieses Künstlers ist zwar auch nur 
sehr Wenig erhalten, dagegen ist ein grosser Band mit 
99 Zeichnungen von seiner Hand auf unsere Zeit gekom- 
menf). Sie befinden sich gegenwärtig im Besitz des Herrn 
Mantovani zu Venedig und sind zu Anfang des Bandes mit 
der sichern Namensinschrift und der J ahrzahl 1430 (wohl den 
Beginn der Zeichnungen andeutend) versehen. Dem Inhalte 
nach sind es theils heilige Gegenstände, theils Studien nach 
Antiken, theils Architektonisches, theils Costüme. In ihnen 
sieht man die eigenthümliche und grossartige Tendenz der 
Paduaner Schule vollständig und auf höchst umfassende Weise 
ausgesprochen; sie bilden die bedeutendste Vorstufe des Man- 
tegna, der vielleicht direkt nach ihnen studirt haben mag. 
5.  Als echte Bilder des Giacomo sind eine (leider übermalte) 
Darstellung des Gekreuzigten in der Sakristei des bischöf- 
6. liehen Palastes in Verona, und eine Madonna im Kunst- 
institut des Grafen Tadini zu Lovere (unweit Bergamo) zu 
nennen, welches letztere Bild in der Behandlungsweise sehr 
an Gentile da Fabriano erinnert, dessen Schüler Giacomo 
ebenfalls gewesen ist. In den Handzeichnungen konnte der 
Einfiuss Gentileis Wenig oder gar nicht hervortreten, weil 
seine Eigenthümlichkeit viel Weniger auf einer besondern 
a) Vergl. den schon erwähnten Aufsatz hierüber, von Gefye, 
Kunstb]. 1840, N0. 23 bis 35, und Passavant s Nachtrag hlezu, 
ebenda N0. 53.
        

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