Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168493
237. 
Bildnisse 
VOD 
1500 
bis 
1504. 
475 
Burg zu Nürnberg eine neuere Copie ist, unterliegt keinem 
Zweifel; ebenso ist die Geschichte bekannt, wie das Original 
von dort abhanden gekommen. ' 
Ein zweites Gemälde aus demeslben Jahre ist das Por- 7. 
trait eines jungen Mannes in der Pinakothek, von einfachem, 
entschiedenem Ausdrucke und tüchtig gemacht. Es ist das- 
selbe Bild, welches fälschlich als Dürens Bruder Johannes 
bezeichnet wird und aus dem Praun'schen _Kabinette zu 
Nürnberg herstammt.  Ein drittes Gemälde, ebendaselbst, 3, 
ist weniger bedeutend. Es ist ein Altarblatt und stellt. den 
Leichnam Christi dar, der von den Seinigen loetrauert. wird. 
Es ist wohl geordnet, aber von sehr gewöhnlichem bürger- 
lichem Charakter und der Leichnam ungemein trocken gemalt. 
Nur die Gestalt der Maria ist auf diesem Bilde anziehend und 
von einer gewissen mütterlichen Würde. 
Eine, reiche und höchst bedeutende Composition der 9_ 
Kreuzigung, auf grauem Papier, weiss gehöht, jetzt im Be- 
sitze des Hrn. P.Vischer in Basel, trägt das Datum 1502. 
Vom Jahre 1503 befindet sich in der Galerie des Bei-lt). 
vedere zu Wien eine Maria, welche das Kind saugt. Das 
Bild. umfasst Wenig mehr als die Köpfe beider Figuren; es 
ist leicht und sehr zierlich gemalt, im Ausdruck jedoch eben- 
falls uninteressant. Es ist nichts als das Portrait einer dicken 
Bürgersfrail.  
Üngleich interessanter ist der mit derselben J ahrzahl be- 1h 
zeichnete Kupferstich, welcher das Wappen mit dem Todten- 
kopfe darstellt. Die beiden Schildhalter: das lächelnde Weib 
mit den geflochtenen Zöpfen und der phantastischen Krone, 
der wilde Mann, der sie umfasst und sich zu ihr wendet, um' 
sie, wie es scheint, zu küssen, sind von eignem, märchenhaf- 
tem Reize.  Ebenso gehört. auch der Kupferstich, vom Jahre 12_ 
1504, welcher Adam und Eva (larstellt, zu Dürefs vorzüg- 
lichsten Arbeiten, 
Dieselbe J ahrzahl trägt eine Reihe von Handzeichnungen, 13_ 
welche das Leiden Christi vorstellen und sich in der Samm- 
lung des verst. Erzherzogs Carl von Oestreich (in lithogra- 
phischexi Nachbildungen herausgegeben) befinden. Sie ent-
        

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