Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168430
Albrecht 
Dürer. 
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die Abfassung verschiedener theoretischer Werke i") bestätigt), 
 diese Eigenschaften, so scheint es, mussten hinreichend 
sein, um ihn den ersten Künstlern, welche die Welt kennt, 
an die Seite zu setzen. Aber wiederum jener allgemeine 
Hang zum Phantastischen war es, dem auch er nicht zu ent- 
sagen vermochte, und der die reine Entwickelung seiner 
künstlerischen Kraft mannigfach verkümmert hat. Allerdings 
zwar hat bei ihm diese Richtung auf's Phantastische einzelne 
wundersame Blüthen getrieben, wie sie in gleicher Bedeut- 
samkeit uns fast nirgend begegnen, hat sie einzelne Werke 
{ich möchte dieselben am liebsten als "Gedichte" bezeichnen) 
ins Leben gerufen, deren geheimnissvoller Inhalt uns mit 
unauflöslichem Interesse an sich zieht; blicken wir jedoch 
auf das höchste Ziel der Kunst, auf die Schönheit, Welche 
das Geheimniss offenbar machen, Inhalt und Form als Eins 
und untrennbar darstellen soll, so finden wir hier nur im 
seltensten Falle eine vollkommene Befriedigung. Voller 
Leben und. Charakter ist Dürers Zeichnung; gleichwohl tritt 
uns hier manches befremdliche Motiv der Bewegung, besonders 
bei Darstellungen des Nackten, entgegen, auch ist seine Gewan- 
dung häufig auf eine seltsame WTeise zugeschnitten, 'welche viel- 
leicht eine besondere Mode seiner Zeit befolgte, doch keines- 
weges der Entwickelung der Formen des Körpers günstig 
ist. Bei idealer Gewandung zeichnet er die Falten fast über- 
all in schönen grossen Massen; wiederum jedoch kann er in 
den Brüchen und Ecken jene wunderliche Manier fast nir- 
gend lassen, welche das Auge verwirrt und den edleren Ein- 
druck der Hauptformen stört. Seine Farbe hat einen eigen- 
thümlichen Glanz und an sich eine Schönheit, welche viel- 
fach andre Gemälde überstrahlt; aber es ist nicht eine Nach- 
ahmung der kräftigen und vollen Weise, in Welcher uns die 
Farbe an den Gegenständen der Natur erscheint; es ist viel- 
mehr ein unabhängiges Spiel der Phantasie in Glanz und 
a) Underweysung der messung mit dem zirckel und richtscheyt etc_ 
1525.  Etlihche underricht zu befestigung der Stett, Schlosz und Hecken, 
1527.  Vier Bücher von menschlicher Proportion, 1528.  (Von allen 
verschiedene spätere Ausgaben und Uebersetzungen).
        

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