Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168322
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Buch IV. 
XV. Jahrhundert. 
Spanien. 
235. 
ä. 235. Bei dieser Periode sind wir nun auch genöthigt, 
etwas Zusammenhängendes über die Kunst der pyrenäischen 
Halbinsel vorzubringen, so sehr es auch noch an genügen- 
den Vorarbeiten fehlt, und so spärlich spanische Werke 
dieser Zeit selbst in ihrem Heimathlande vorhanden sind.  
Schon seit dem X. Jahrhundert und auch aus früherer Zeit 
wird mehrfach künstlerischer Unternehmungen gedacht; vorl 
nehmlich sind es Miniaturmalereien zum Schmuck der Hand- 
schriften, welche von den spanischen Schriftstellern als Be- 
lege des künstlerischen Entwickelungsganges angeführt wer- 
den. In den Bibliotheken der Universität und der "Akademie 
de historia" zu Madrid (und der St. Gallener) finden sich 
dergleichen, durch vorkommende Thorbogen in Hufeisen- 
form auf spanischen Ursprung deutend, aus dem VIII. und 
X. Jahrh. mit irischen, aus dem XII. mit byzantinischen 
Anklängen; im Escurial ein für Costume sehr interessantes 
Schach- (und Spiel-buch) König Alfons des WVeisen (v. 
1321) und Andres; endlich in der Bibliothek des Chors der 
Kathedrale zu Sevilla eine Reihe Missalen, die über die spa- 
nische Kunst vom XV. bis XVIII. Jahrhundert auf diesem 
Gebiet einen ziemlich vollständigen Ueberblick, mit wechseln- 
dem italienischen oder deutsch-niederländischen Einfluss, ge- 
währenlk). Im Allgemeinen dürften wir uns ein richtiges 
Bild des letzteren nach der Analogie des Entwickelungs- 
ganges, welchen die Kunst in Italien und Deutschland ge- 
nommen, vorstellen: d. h. in den früheren Jahrhunderten ein 
Vorherrschendes romanischen Styles, und dann, etwa gleich- 
zeitig mit der Ausbildung der gothischen Baukunst in Spa- 
nien, die Einführung des entsprechenden malerischen Styles. 
Sehr interessante Beispiele des letzteren liefern die Decken- 
gemälde, welche in dem maurischen Königschlosse der 
Alhambra bei Granada, im „Saal des Gerichtes", erhaltenf 
und ohne Zweifel von spanischen Künstlern (da den Muha- 
medanern bekanntlich die Ausübung der bildenden Kunst 
Kstbl. 1853 (S. 74), wo überhaupt 
christlichen Kunst in Spanien werth- 
ü) Vergl. Passavanf im D. 
(Nr. 4-17) über den Gang der 
"volle Notizen gegeben sind.
        

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