Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168277
233. 
Fränkische 
Schule: 
Michael 
Wohlgemuth. 
453 
Frommen, selbst zum Edlen erhebt. Die Anordnung ist 
selten ansprechend, die Intentionen hie und da zwar sehr 
bedeutend, aber in ungeschickten, selbst ungeschlachten Be- 
wegungen ausgesprochen.  
Sein frühestes bekanntes Werk von Bedeutung (das Ge- 
ringere übergehen wir) ist wohl der Altar in der Ilaller- 
sehen Stiftungskapelle zum heil. Kreuz in Nürnberg, aus denl. 
1470er Jahren; die Flügel enthalten acht Bilder aus dem 
Leben der Wlaria und der Passion, die untern Flügel der 
Staffel die Vllrächtei" am Grabe u. s. w. Die Motive sind 
nicht unedel, der Ausdruck des Schmerzes gelungen.  
Vom Jahre 1479 ist der Altar in der Frauenkirche zu 2. 
Zwickau k), dessen Flügelmalereien aussen die Passion (wüste, 
unbehagliche Scenen auf landschaftlichem Grunde), innen 
die Verkündigung, Geburt, Anbetung und heilige Sippschaft 
darstellen; letztere Theile, auf Goldgrund, zeichnen sich 
durch einzelne schöne Madonnenköpfe aus. Die Malereien 
der Staffel und der Rückseite (hier ein rohes jüngstes Ge- 
richt) sind nicht bedeutend. (Eine Kreuzigung, welche der- 3. 
jenigen an den Aussenseiten dieses Altars ziemlich genau 
entspricht, befindet sich in der Münchner Pinakothek.) Auch 
für andere norddeutsche Städte scheint Wohlgemuth be- 
Schäftigt gewesen zu sein; die Flügel des ehemaligen Hoch- 4- 
altars in der Stadtkirche zu Chemnitz,  4 tüchtige, über- 
lebensgrosse Figuren,  und ein Altar in der Reglerkirche 5. 
zu Erfurt werden ihm zugeschrieben.  Als Hauptwerke 
sind sodann die Theile eines Altars vom Jahre 1487 zu _be- 6. 
trachten, welcher sich ehemals in der Augustinerkirche zu 
Nürnberg befand und jetzt in die Moritzkapelle, in die 
Sammlung des Landauer Brüderhauses und in die Burg ver- 
theilt ist, lauter Heiligengestalten und Legenden darstellend. 
Was hier von des Meisters Hand ist, wie z. B. die lebens- 
grossen, schlanken Gestalten der HH. Georg und Sebald, 
Gemälde des Michel W. in der Frauenkirche zu 
von v. Quandt, Dresden und Leipzig, 8 Lithogr. 
i") Vergl. Die 
Zwickau, luerausg. 
mit Text.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.