Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168091
Ulm 
Zeitblom 
und Schüler. 
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dern mit der Genealogie der heil. Anna, zwei Flügelbilder 
im Besitz des Fürsten v. Hohenzollern-Sigmaringen, endlich 
einen Theil der Initialen der sogenannten "vierten deutschen 
Bibel", [1470 I9] zuschreibt) mit Entschiedenheit einen aus- 
gezeichneten Schüler des altern Rogier zu erkennen. Zu- 
gleich ist es wahrscheinlich, dass Zeitblom sich bei oder nach 
Friedrich Herlen gebildet, mit welchem er in seinem ältesten 
Werke, einem Eccehomo vom Jahre 1468, in der S. Georgs- 2. 
kirche zu Nördlingen eine unverkennbare Verwandtschaft hat. 
Der leidende Christus ist sehr schwach, die boshaften Juden 
dagegen von gelungenem Ausdrucke"). In spätem Werken 
drang er zu einer schlichten Würde und gemüthlichen Milde 
des Ausdruckes durch; ohne sich je zu einer besondern 
Schönheit oder zum Liebreiz zu erheben, imponirt er durch 
die zu Grunde liegende treue, ernste Gesinnung. Die For- 
men des Körpers bleiben noch sehr ungelenk, das Nackte 
mager und steif; besonders fallen die zu kleinen Hände auf, 
dafiir übertrifft er im Schmelz und in der Harmonie der Far- 
ben, in der Wärme und Durchbildung der Carnation sowohl 
Herlen als Martin Schön, und erinnert sogar an die Vene- 
zianer vom Ende des XV. Jahrhunderts.  Von dieser 3, 
reifern Entwicklung des Meisters zeugt schon ein Altar vom 
Jahre 1473, Wovon sich die Flügelbilder (S. Georg und 
S. Florian, S. Margaretha und Johannes d. 1T.) im Museum 
zu Stuttgart befinden. Die Köpfe sind hier bereits von treff- 
lichster Ausführung und voll Leben und WVahrheit.  So- 
dann die Flügelbilder eines Altars vom Jahre 1488, im Besitz 4_ 
des Hrn. Prof Hassler in Ulm, innen Heilige, aussen Christus 
am Oelberg darstellend; die Staffel enthält Christus mit den  
Wundenmalen zwischen zwei Heiligen.  Theile eines Altars 
aus der Pfarrkirche zu Eschach vom Jahre 1495, ebendaselbst, 5_ 
zeigen den Meister in seiner Vollendung. Es sind zwei 
a?) Die grimassenhafte Hässlichkeit dieser Zuschauer sowohl als der 
Schergen wird von Andern auch als Kennzeichen einer Verwandtschaft 
mit Wohlgemuth aufgefasst. Vergl. Ulms Kunstleben etc. S. 43. 
Harzen dagegen hat es wahrscheinlich gemacht, dass Zeitblom sich 
(wenigstens als Kupferstechcrf bei M. Schongauer gebildet habe. 
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