Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168084
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Buch IV. 
Norden. 
XV Jahrhundert. 
Deutschland. 
mit der Geschichte der Kindheit Christi von der Verkün- 
digung bis zur Darstellung im Tempel; in dem mittlern Kranz 
von rothen Rosen fünf Medaillons mit der Passion; im 
innersten Kranze von goldenen Rosen wiederum fünf Medail- 
lons mit den Scenen der Verherrlichung: Auferstehung, 
Himmelfahrt, Pfingsten,.Mariä Tod und Weltgericht. Unten, 
zu beiden Seiten des Rosenkranzes die betende Christenheit, 
Papst und Kaiser, Geistliche und Laien; oben in der Höhe 
eine kolossale Dreieinigkeit mit Engeln. S0 ist auf eine 
wahrhaft erhabene und tiefsinnige Weise die Geschichte des 
Heils in einem schön gegliederten Cyclus zusammengefasst. 
13_- Die Wandgemälde einer Kapelle des ehem. Weikmann- 
sehen Hauses zu Ulm sind erst aus dem Anfange des XVI. 
Jahrhunderts. 
ä. 230. In Ulm concentrirt. sich die oberdeutsche Male- 
rei sehon seit der Mitte des XV. Jahrhunderts zu einer wich- 
tigen Schule. Das .Gedeihen der Stadt spricht sich z. B, 
in der Stiftung von 52 Altären bloss in dem prachtvollen 
Münster aus, sodass die Malerei fortwährend die ausgedehn- 
teste Beschäftigung fand. Einen der grössten deutschen Ma- 
ler, welchen man für einen geborenen Ulmer hält, Martin 
Schongauer, werden wir als Stifter einer Schule in Col- 
mar zu. betrachten haben. 
Die eigentliche Ulmer Schule hat zum Hauptrepräsen- 
tanten Bartholomäus Zeitblom, dessen Werke von 
1468 bis 1514 reichen. Er war der Schwiegersohn (und laut 
Inschrift am Flügelbild eines Altars in der Dorfkirche zu 
Münster bei Augsburg Gehülfe) eines Malers Hans Schüh- 
lein, von welchem in der Kirche zu Tiefenbronn unweit 
Calw ein prachtvoller Altarschrein mit dem Datum 1465) er- 
halten ist. (Die Mitte "enthält geschnitzte Figuren, die Flü- 
gel aussen und innen auf Goldgrund die Geschichte Christi, 
die Rückwand IIeilige,  Staffel eine Vera Iggn und die 
vierlKirchenväter, Alles in einem etwas schweren gelbbränn- 
liehen F arbenton, aber nicht ohne eine gewisse Fülle der 
Formen und dramatische lllannichfaltigkeit. IYIarzen glaubt 
in Schühlein, dem er eine jetzt zerstreute Reihe von eilf Bil-
        

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