Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1163311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1168051
Schwaben. 
Friedrich 
Herlon 
und 
Schüler. 
451 
lichkeit, sondern mehr in geschickter Aneignung tlandrischer 
Motive und Behandlungsarten; was er aus eigner Erfindung 
hinzuthut, ist steif und ungeschickt. So ahmt er z. B. die 
tiefen, satten Farben der Flandrer, die PrachtstofFe u. dgl. 
mit Geschick nach, während seine Zeichnung schwächer, der 
Ausdruck einförmiger, der Vortrag ungleich weniger ver- 
schmolzen ist. Wie in einzelnen altkölnischen Bildern sind 
die Augen nach den äussern Winkeln stark heruntergezogen. 
Als Herlenls frühstes erweisliches Werk erscheinen die 
Flügelbilder eines geschnitzten Altars, des sog. Choraltars, 1. 
in der Hauptkirche zu Nördlingen (vom Jahre 1462  das 
Leben Christi von der Verkündigung bis zum Gespräch mit 
den Schriftgelehrten enthaltend, und zwar hier noch auf 
landschaftlichem Grunde; während diess nebst andern nieder- 
ländischen Besonderheiten in den spätern Werken Herlen's 
seltener vorkömmt. So ist schon eine in der Nähe hängende 2. 
Tafel vom Jahre 1463 (der Gekreuzigte zwischen den 
Seinigen, nebst der Familie des Stifters) auf Goldgrund 
gemalt. Ein Altarschrein in S. Georg zu Dinkelsbühl steht 3. 
ebenfalls der flandrischen Tradition noch nahe; die Flügel 
enthalten innen Verkündigung, Geburt, Beschneidung und 
Anbetung, aussen die Schutzhelfer gegen das Feuer, S. Flo- 
rian und S. Floriana, diese von besonders edler Bildung der 
Köpfe. Auch die Kreuzigung an der Rückseite des Hoch- 
altars dieser Kirche (der Gekreuzigte geschnitzt, der Rest 
bloss gemalt) erinnert noch stellenweise an Memling und ist 
überhaupt mehr in niederländischer Weise durchgeführt. 
Zwei Bildnisse der Werkmeister an einem Chorpfeiler sind 
nach dem bräunlich warmen Ton und der gediegenen Be- 
handlung wohl ebenfalls von Herlen. Wichtiger als diese 
Werke ist der grosse Altarschrein vom Jahre 1466 in der 4. 
St. Jacobskirche zu Rothenburg a. d. Tauber, wovon sowohl 
die sechs geschnitzten innern Figuren als die gemalten Flügel 
von Herlen's Hand, erstere übrigens ungleich geistreicher, 
Sinniger und edler behandelt sind, als letztere, Welche die 
heil. Geschichte von der Verkündigung bis .zur Darstellung 
und den Tod Mariä enthalten. Hier stimmen einzelne Fi-
        

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